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Falsche Annahmen


Bereits im Jahr 1918 von der US-Armee durchgeführte „Intelligenztests“ ergaben bei afro-amerikanischen Soldaten durchschnittlich um 15 Punkte niedrigere „Intelligenzquotienten“ (IQs) als bei „weißen“. Eine 1979 begonnene Langzeitstudie an US-Teenagern gelangte zur selben Differenz.1) Sozial Gesonnene erklärten sie stets als Folge von Benachteiligung und Armut, während sie von anderen, die auf „rassische“ Abgrenzung Wert legen, als Beleg einer erblich bedingten geistigen Unterlegenheit von Afro-Amerikanern interpretiert wurde. Die „Rassen“-Linie wurde finanziell von einer Stiftung unterstützt, die im Jahr 1937 von einem amerikanischen Multimillionär und Anhänger Adolf Hitlers gegründet wurde.2) Auf die Auffassungen mehrerer „Wissenschaftler“, die von dieser Stiftung mit hohen Geldbeträgen gefördert wurden, stützte sich die Argumentation des 1994 erschienen Bestseller-Buches The Bell Curve.3) Es erklärte die erwähnten „Intelligenztest“-Ergebnisse als weitgehend erblich bedingt und forderte als Konsequenz die Einstellung von Sozialhilfezahlungen an ledige Mütter4), damit keine Fortpflanzung unintelligenter Frauen gefördert wird5).

Die moralischen, politischen und menschenrechtlichen Aspekte derartiger Aussagen bedürfen hier keiner Diskussion. Dennoch können diese Aussagen selbst bei jenen, die für die Ideologie der Autoren unempfänglich sind, Wirkungen hinterlassen. Denn der Durchschnittswert der IQs einer Bevölkerungsgruppe ist zwar ein fiktiver, statistischer Wert, der nichts über eine konkrete Person aussagt. Viele Afro-Amerikaner haben zweifelsohne höhere IQs als viele „Weiße“. Der niedrigere Durchschnittswert, der für Afro-Amerikaner ermittelt wurde, bedeutet also keineswegs, dass alle Afro-Amerikaner dümmer wären, aber er legt diese Annahme nahe. Soziale Beziehungen funktionieren nicht nach so abstrakten Vorstellungen wie einer statistischen Wahrscheinlichkeit, sondern werden von Gefühlen gesteuert, denen man sich kaum entziehen kann. Sobald die Vorstellung von geringeren „schwarzen“ IQs im Hinterkopf vorhanden ist, wird dadurch die Perspektive, aus der Afro-Amerikaner wahrgenommen werden, gefärbt. Verhält sich einer von ihnen ungeschickt oder primitiv, neigt man dazu, darin eine Bestätigung der Annahme von einer Dummheit der ganzen „Rasse“ zu sehen – so als wäre jeder Unsinn, den ein Blonder von sich gibt, ein Beweis dafür, dass Blonde dumm wären. Um diese Wirkung der Argumentation mit Durchschnitts-IQs abzuwehren, ist es erforderlich klarzustellen, dass die grundlegenden Annahmen der gesamten Argumentation falsch sind:

Dazu im Einzelnen:

 

Rasse

ÄUSSERER ANSCHEIN
Menschen haben vielfältige Gemeinsamkeiten und Unterschiede, von denen manche äußerlich sichtbar sind (zum Beispiel Körpergröße und Muskelausstattung), die meisten nicht (etwa Testosteronspiegel, Konstitution von Psyche und Organen). Das äußere Erscheinungsbild der Menschen (Körpergröße, Körperumfang, Pigmentierung und so weiter) ist vielfältig und großteils Folge von Anpassungen an die jeweiligen Umweltbedingungen der Gegend, in der eine Population lange lebte. So haben sich in Gebieten mit starker Sonneneinstrahlung dunkelhäutige und in den wenig beschienenen hellhäutige Typen durchgesetzt.6) Zum Teil sind Unterschiede im Aussehen mit Vorlieben bei der Partnerwahl, die sich in bestimmten Populationen zufällig entwickelten, zu erklären.7) Im Übrigen ist die genetische Ausstattung der Menschen weitgehend gleich, da sie alle von derselben Population (in Afrika) abstammen und ihre Trennung durch Verbreitung über die gesamte Erde nach evolutionsgeschichtlichem Maßstab erst vor kurzem stattfand.8) Ein Genetiker erläuterte: Im ersten Weltkrieg seien Menschen unmittelbar neben potentiellen Blutspendern der gleichen Blutgruppe gestorben, weil es damals unvorstellbar war, zwischen Menschen verschiedener „Rassen“ Bluttransfusionen durchzuführen, etwa zwischen Orientalen, Europäern oder Afrikanern. Heute wisse man, dass Blutgruppen überall auf der Welt gleich sind und dass es größere genetische Unterschiede zwischen zwei Bewohnern der Provinz Bern geben kann als zwischen einem Mann aus den Pyrenäen und einem Papua in Neuguinea.9)

Versucht man, die Menschheit anhand der Hautfarbe in „Rassen“ einzuteilen, dann müssten die Aborigines10), deren Hautfarbe tiefschwarz ist, zur selben „Rasse“ gezählt werden wie „Schwarz-Afrikaner“. Tatsächlich wurden jedoch zwischen Aborigines und bestimmten Völkern Afrikas die meisten genetischen Unterschiede gefunden.11) Die „weißen“ Europäer sind viel enger mit Afrikanern verwandt. Dieses Beispiel zeigt, dass das äußere Erscheinungsbild von Menschen, insbesondere ihre Hautfarbe, keineswegs den Grad ihrer biologischen Verwandtschaft widerspiegeln muss.

Auch wäre eine „rassische“ Schublade mit der Aufschrift „Schwarz-Afrikaner“ verfehlt: Nirgendwo auf der Erde ist die genetische Vielfalt zwischen Völkern und Personen so groß wie in Afrika, da sich die Menschen dort über die längste Zeit differenziert haben.12) Daraus, dass sie alle mehr oder weniger dunkelhäutig sind und auf demselben Kontinent leben, ist keineswegs auf das Vorliegen einer einheitlichen biologischen Gruppe zu schließen.

VIELFALT
Obwohl alle Menschen 99,9 Prozent ihres Erbgutes gemeinsam haben (und zu mehr als 98,5 Prozent dasselbe wie Schimpansen13)), ist die genetische Vielfalt unter Menschen im Detail beträchtlich. Dabei bestehen jedoch ungefähr 85 Prozent der Unterschiede, die diese Vielfalt ausmachen, zwischen den Menschen derselben Population und nur 15 Prozent im Verhältnis zu anderen Populationen.14) Deshalb können (wie oben erwähnt) größere genetische Unterschiede zwischen zwei Bewohnern der Provinz Bern bestehen als zwischen einem Mann aus den Pyrenäen und einem Papua in Neuguinea. Die Vorstellung von einer „Rasse“ biologisch weitgehend gleichartiger Menschen und biologisch andersartiger „Rassen“ ist somit weit von der Wirklichkeit entfernt.

Allerdings würde für die geistige Überlegenheit einer Bevölkerungsgruppe auch nur ein Gen genügen, wenn dieses ihr zuverlässig mehr Intelligenz verschaffen würde. Doch ist auch die Vorstellung von einem Intelligenz-Gen falsch:

 

Erblichkeit

Geistige Fähigkeiten und psychische Eigenschaften werden nicht unmittelbar durch bestimmte Gene festgelegt, sondern nur indirekt durch genetisch bedingte Faktoren beeinflusst.15) Inwieweit ein Mensch jene Fähigkeit hervorbringt, die Intelligenz genannt wird, hängt vor allem auch vom komplizierten Geflecht der Bedingungen zur Zeit seiner kindlichen Entwicklung sowie von seinen weiteren Entfaltungsmöglichkeiten ab. Trotz zahlreicher mehr oder weniger wissenschaftlicher Versuche konnte weder der erblich festgelegte noch der umweltbedingte Anteil der Kapazität, Intelligenz zu entwickeln, auch nur einigermaßen zuverlässig ermittelt werden. Die Ergebnisse der durchgeführten Studien waren extrem uneinheitlich und schwankten zwischen einem erblichen Anteil von 10 Prozent und 90 Prozent, also zwischen einem nahezu vernachlässigbaren Wert und einem Betrag, der sogar höher als bei den meisten körperlichen Merkmalen wäre. Außerdem blieben die Methoden der Ermittlung äußerst umstritten.16) Das heißt, „man kann keine verlässliche Aussage über die Erblichkeit der Intelligenz machen. Diese Forschung hat keine sinnvollen Ergebnisse erbracht. […] Wir haben es hier mit einer grundsätzlichen Grenze der Wissenschaft Psychologie zu tun.“17) Letztlich kann es „gar kein bestimmtes Maß der Erblichkeit der Intelligenz geben“, sodass „die Frage nach dem Ausmaß der Erblichkeit der Intelligenz sozusagen falsch gestellt ist“.18) – Umso weniger lässt sich diese Frage natürlich beantworten, wenn sie nicht auf einzelne Personen, sondern ganze Gruppe von Menschen (gar „Rassen“) bezogen wird.

Außerdem hat sich längst gezeigt, dass nicht nur sportliche Höchstleistungen von Angehörigen der verschiedensten Nationen erbracht werden, sondern Menschen aus den unterschiedlichsten Erdteilen bei entsprechender Förderung auch zu hoher Bildung und hochqualifizierten Berufen in der Lage sind. Umgekehrt werden Kinder vieler verschiedener Völker durch schlechte Lebensbedingungen an der Entwicklung intellektueller Fähigkeiten nachhaltig gehindert19) und eine solche Beeinträchtigung kann in den allerschlimmsten Fällen sogar bis zum Einbüßen grundsätzlicher menschlicher Eigenschaften führen, wie ein Beispiel von „Wolfskindern“ in Indien zeigte20).

Auch ist (im Gegensatz etwa zur Anpassung der Hautfarbe an die Sonneneinstrahlung) kein Grund erkennbar, warum der Überlebenskampf in bestimmten Weltgegenden generell mehr oder weniger geistige Kräfte erfordert haben sollte. In Wüstengegenden wie die San-Volksgruppen Namibias zu überleben, verlangt gewiss nicht weniger Einfallsreichtum als im kühlen Norden und wo die Lebensbedingungen besser waren, war auch der Konkurrenzkampf entsprechend härter. Ein Evolutionsbiologe, der 33 Jahre lang Kontakt zu Eingeborenen Neuguineas hatte, schrieb: „Von Anfang an beeindruckten mich diese Menschen als im Durchschnitt intelligenter, aufgeweckter, ausdrucksvoller und stärker an Dingen und Personen ihrer Umwelt interessiert als durchschnittliche Europäer oder Amerikaner.“ Nichts spreche für eine intellektuelle Unterlegenheit dieser Neuguineer.21)

Menschen in „Rassen“ einzuteilen und diesen dann ein unterschiedliches Maß an erblich bedingten geistigen Fähigkeiten oder bestimmte Charaktereigenschaften zuzuschreiben, ist somit zumindest in der heutigen Zeit ein auf Bildungsmangel oder Ideologie beruhender, unmenschlicher Akt der Willkür.

 

Intelligenz

Zur Unbeantwortbarkeit der Frage nach der Erblichkeit von Intelligenz kommt noch hinzu, dass es auch keine „exakte, allgemein verbindliche Definition von Intelligenz“ geben kann.22) Was als Intelligenz bezeichnet wird, ist in Wahrheit vielgestaltig23) und wie auch andere psychische Funktionen derart komplex, dass keine wissenschaftlich exakte Beschreibung und Berechnung möglich ist.24) Der Universitätsprofessor für biologische Psychologie und Wahrnehmungspsychologie Manfred Velden erläuterte: Selbst so etwas Elementares, wie das Memorieren von Zahlen mache jeder Mensch anders. Psychische Prozesse fänden nicht in Form allgemeingültiger Regeln statt und schon bei den einfachsten Prozessen habe die Wissenschaft nicht herausgefunden, wie sie funktionieren. Dass so komplizierte Funktionen wie die Denk- oder Bewertungsprozesse einmal erklärt werden könnten, daran sei nicht zu denken. Die empirische psychologische Forschung sei bereits 100 Jahre alt und es sei nicht mehr zu erwarten, dass die grundlegenden Mechanismen jemals verstanden werden und dieses Verständnis dann effektiv angewendet werden kann.25)

Die so genannten „Intelligenztests“, die einen „IQ“ bestimmen, ermitteln bloß das (momentane) Bestehen einer gewissen, im Zusammenhang mit Bildung relevanten Fähigkeit. Sie sagen nichts darüber aus, in welchem Maß eine Person das Potential besitzt, diese Fähigkeit zu entwickeln, wie folgende Forschungsergebnisse zeigen:

 

Wirksame Förderung

Im New Yorker Elendsviertel South-Bronx lebten die größtenteils afro-amerikanischen und lateinamerikanischen Schüler in einem von Gewalt erfüllten Umfeld. Sie stammten durchwegs aus zerrütteten Familien und viele von ihnen wuchsen mit drogensüchtigen oder aidskranken alleinerziehenden Müttern auf. Nach der achten Schulstufe endete in der Regel ihre Schulausbildung aufgrund schwacher Leistungen. Eine Schule startete dort ein Experiment: In kleinen Klassen wurden mit anspruchsvollen Lehrplänen und bei Bedarf durch Nachhilfe-Unterricht am Nachmittag Schüler gezielt gefördert. Für viele wurde die Schule auf diese Weise zu einem Ersatz für ihr zerrüttetes Zuhause. Diese Förderung bewirkte, dass im Jahr 1993 knapp 70 Prozent der Schüler die High-School abschlossen und sich für ein College-Studium qualifizierten – rund doppelt so viele wie sonst in staatlichen Schulen New Yorks, einschließlich der „weißen“ Bezirke. Ähnliche Erfolge wurden auch durch entsprechende Bemühungen einzelner anderer staatlicher Schulen der USA erzielt.30)

 

Slum-Realität

Bereits in den 1970er Jahren war die Arbeitslosigkeit unter Afro-Amerikanern so verbreitet, dass viele von ihnen ohne Aussicht aufwuchsen, jemals ihren Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen zu können.31) In den 1980er Jahren nahm die Arbeitslosigkeit noch beträchtlich zu32) und staatliche Bemühungen um Hilfe, Ausbildung, Infrastruktur sowie Recht und Ordnung in den afro-amerikanischen Armenvierteln wurden zurückgefahren, sodass dort eine massive Verelendung und Verwahrlosung einsetzte.33)

Was es heißt, in einer solchen Welt aufzuwachsen, führte der amerikanische Buchautor Alex Kotlowitz mit einem erschütternden dokumentarischen34) Portrait der 9 und 11 Jahre alten Brüder Pharoah und Lafayette vor Augen35). Das Buch wurde in einem Zeitungsartikel unter anderem mit folgendem Text vorgestellt: „[…] Freunde sterben. Der ältere Bruder hat Alpträume, Durchfall und Depressionen, nachdem ein junger Discjockey von der Polizei erschossen wird. Er sei so müde, sagt Lafayette seiner Mutter: Wann immer ich aus der Wohnung gehe, weiß ich nicht, ob ich wieder zurückkomme. Pharao dagegen […] versucht mit der Kraft eines Tigers, der sich in seinen Fraß verbeißt, seine Kindheit gegen Gewalt und Elend zu schützen. Er sei zu klein, um zu verstehen, wie das Leben wirklich ist, meint der Junge einmal. Aber dann und wann kann er kaum sprechen, weil sein Stottern immer schlimmer wird. Während die Kugeln vor dem Wohnzimmerfenster vorbeizischten, flehte Pharoah seine Mutter an: M-m-m-mama, M-m-mama, m-m-mach, m-mach, dass sie aufhören! Als die Schießerei weiterging, fiel er in Ohnmacht. […] Nur mit Mühe kann die Mutter einmal Lafayette davon zurückhalten, während einer Schießerei nach draußen zu rennen, um seinen kleinen Bruder zu schützen. Pharoah lernt wochenlang für einen Rechtschreibwettbewerb an seiner Schule – und belegt am Ende den zweiten Platz. […] Wenn sich in der Schule der Knall einer 0.357er Magnum oder einer abgesägten Flinte an den Wänden bricht, ducken sich die Kinder unter ihre Tische; die Lehrerin schiebt ihren Stuhl vor eine Säule, um nicht im Schussfeld zu sitzen. […] Ein Schwarzer, der in der New Yorker Bronx aufwächst, hat eine geringere Lebenserwartung als ein Bürger von Bangladesch.“36)

 

Beweisstück Jazz

Moderne Gesellschaften bieten nicht nur Platz für viele unterschiedliche Typen und Talente, sondern brauchen diese Vielfalt auch.37) Ein Teilhaben jedes Bürgers an Entfaltungsmöglichkeiten ist nicht nur ein Grundrecht in jedem zivilisierten Staat, sondern auch ein essentieller Bestandteil des kulturellen Potentials des Landes. Das zeigt auf eindrucksvolle Weise der Jazz: Louis Armstrong kam zum Beispiel aus bitterarmen Verhältnissen und hatte gewiss nicht das Zeug für eine akademische Karriere mitbekommen, doch leistete er im Bereich der Musik einen der bedeutendsten Beiträge Amerikas zum so genannten „Weltkulturerbe“. Kaum ein anderer Musiker hat in solchem Ausmaß und mit solcher Kunst die Grundlagen des Jazz mitgestaltet. Er hätte das nicht gekonnt, wenn es nicht das entsprechende Umfeld und die Chancen, sein Talent zu entwickeln, gegeben hätte: die kreativen Musikszenen New Orleans38), den Erzieher in der Besserungsanstalt, der ihm als 12-Jährigen das Kornett-Spielen beibrachte, später das Publikum, das den Wert seiner Leistungen erkannte und so weiter.

Jazz ist hoch intelligente Musik, aber in einem weiteren Sinn, als Intelligenztests zu messen versuchen. Er kultiviert viel von dem, was verbohrten Ideologen an geistiger Beweglichkeit, Klugheit und Gespür fehlt, und setzt damit eine wichtige Botschaft von Aufgeschlossenheit, Lebenszugewandtheit und Menschlichkeit in die Welt. Eine wichtige kreative Quelle war in seiner Geschichte dabei stets die unakademische Herangehensweise der Musiker, die sie oft aus den armen Verhältnissen, aus denen sie großteils stammten, mitbrachten.

Den Zugang zum Spielen von Instrumenten fanden sie oft in den Schulen, die ihnen die Instrumente liehen. Doch seit den 1970er Jahren veränderte sich in dieser Hinsicht viel. Der Jazz-Musiker Max Roach berichtete im Jahr 1997, dass „in den Schulen der Schwarzen alle kulturellen Fächer gestrichen wurden. Musik, Kunst und Literatur wurden in den Schulen nicht mehr unterrichtet, denn alle diese Fächer waren aus dem staatlichen Lehrplan herausgenommen worden. Also mussten die schwarzen Jugendlichen, die in den Vorstädten, in den so genannten benachteiligten Vierteln, wohnten, selbst aktiv werden. Sie haben ihre eigenen Kultur- und Freizeitzentren aufgebaut und gelernt, etwas aus eigener Kraft zu tun. So entstand ihre eigene Musik, mit den Rhythmen und Texten, die ihrer Welt entsprachen“39) – HipHop. Diese Entwicklung brachte allerdings mit sich, dass „die Kids kaum noch eine Beziehung zu Instrumenten entwickeln“40) – und damit kaum noch zum Jazz finden. Das Streichen der kulturellen Fächer war eine der Sparmaßnahmen41) der neoliberalen Politik, die mit Ronald Reagans Amtsantritt im Jahr 1980 einsetzte und von pseudo-wissenschaftlichen Argumenten wie denen des Buchs The Bell Curve unterstützt wurde.

 

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Fußnoten können direkt im Artikel gelesen werden, wenn man mit der Maus den Pfeil über die Fußnoten-Zahl führt.

  1. QUELLE: Claus-Peter Sesín, Sind Weiße klüger als Schwarze?, Zeitschrift GEO, Heft 8/1996, ab S. 46
  2. QUELLEN: englischsprachiger Wikipedia-Artikel zu „Wickliffe Draper“; Claus-Peter Sesín, Sind Weiße klüger als Schwarze?, Zeitschrift GEO, Heft 8/1996, ab S. 46
  3. Die Autoren des Buches waren der Politologe Charles Murray und der Psychologe Richard Herrnstein. – Claus-Peter Sesín: Im Fahrwasser von Michael Levin (dem es letztlich um eine „Säuberung“ des Gen-Pools der USA vom Erbmaterial der Schwarzen, Armen und Kriminellen gegangen sei), von Murray und Herrnstein agiere eine „medienbewusste Gruppe von Forschern, die sich gern wechselseitig zitieren – und allesamt (wie Levin auch) vom Pioneer Fund unterstützt werden, einer 1937 von dem Nazi-Sympathisanten Wickliffe Draper gegründeten Stiftung“. Der Soziologe Robert Gordon, der mindestens 214.000 Dollar vom Pioneer Fund erhalten habe und ähnliche Ziele wie Levin verfolgte, sei 1986 auf die Idee gekommen, den „Sozialhilfe-Gegner Charles Murray mit dem IQ-Spezialisten Richard Herrnstein zusammenzubringen“, und insofern sei er der „geistige Großvater“ des Bell-Curve-Buches. Der „Kronzeuge“ in diesem Buch sei der Psychologe Arthur Jensen, der vom Pioneer Fund mit mindestens 1,1 Millionen Dollar gefördert worden sei und die Auffassung vertreten habe, Intelligenz sei zu 80 Prozent erblich. Der zweite Kronzeuge sei der Ire Richard Lynn, der behauptet habe, dass „Schwarz“-Afrikaner einen durchschnittlichen IQ von 70 hätten, was bedeute, dass jeder zweite Afrikaner schwachsinnig wäre. Das Bell-Curve-Buch stütze sich auch auf J. Philippe Rushton, der mindestens 770.000 Dollar vom Pioneer Fund erhalten habe und meinte, dass „Schwarze nicht nur besonders dumm, aggressiv und kriminell seien, sondern auch am meisten auf Sex aus“. Sie hätten die größten Penisse und kleinsten Gehirne. (QUELLE: Claus-Peter Sesín, Sind Weiße klüger als Schwarze?, Zeitschrift GEO, Heft 8/1996, ab S. 46)
  4. QUELLE: Claus-Peter Sesín, Sind Weiße klüger als Schwarze?, Zeitschrift GEO, Heft 8/1996, ab S. 46
  5. QUELLE: Charles Murray/Richard Herrnstein, The Bell Curve, 1994, S. 548
  6. Jean-Jacques Hublin (Paläoanthropologe, Max-Planck-Institut Leipzig): „Trägt man in eine Weltkarte die jeweilige Sonnenintensität und UV-Strahlung ein und legt darüber eine Karte der Hautfarben, stimmen beide quasi überein.“ – André Langaney (Genetiker, Musée de l‘Homme): „Die Hautfarbe hat sich also der unterschiedlichen Sonneneinstrahlung angepasst. Größe, Gestalt und Pigmentierung des Körpers können sich sehr rasch ändern. [Das geschieht natürlich durch Selektion von Mutationen, nicht durch einen direkten Einfluss der Umwelt.] In weniger als 20.000 Jahren verändern sich Hautfarbe, Körpergröße oder Brustumfang. Wenn man wie die Bewohner des Himalaya oder der Anden in 4000 Meter Höhe lebt, erwirbt man einen größeren Brustkorb und so verbessert sich der Austausch der Atemluft. Der Körper des Menschen passt sich an. Vor allem sein Knochenbau hat sich mit der Zeit sehr rasch verändert.“ – Evelyne Heyer (Bevölkerungsgenetikerin, Museum für Naturgeschichte): „In kaltem Klima ist es von Vorteil, so klein und rundlich wie möglich zu sein. In einer heißen und trockenen Klimazone ist es dagegen günstig, die Körperwärme so leicht wie möglich abgeben zu können. Dann ist ein großer, schlanker Körper von Vorteil. Es ist von Vorteil bedeutet, dass ein Individuum, dessen Körperform seiner Umwelt optimal angepasst ist, besser überlebt und sich erfolgreicher fortpflanzt. Seine genetischen Varianten werden der nachfolgenden Generation zuverlässiger weitergegeben. Das heißt, im Laufe der Zeit tritt diese Körperform häufiger auf.“ (QUELLE: Dokumentar-Film Eine Frage der Gene von Emmanuel Leconte, Frankreich, Fernsehsender ARTE, 2011, YouTube-Video, ab 43:35 Minuten, Internet-Adresse: https://www.youtube.com/watch?v=Jplg0-xVcBQ)
  7. QUELLE: Mark Stoneking (Bevölkerungsgenetiker, Max-Planck-Institut Leipzig), Evelyne Heyer (Bevölkerungsgenetikerin, Museum für Naturgeschichte) und Bertrand Jordan (Molekularbiologe) im Dokumentar-Film Eine Frage der Gene von Emmanuel Leconte, Frankreich, Fernsehsender ARTE, 2011, YouTube-Video, ab 47:44 Minuten, Internet-Adresse: https://www.youtube.com/watch?v=Jplg0-xVcBQ
  8. André Langaney (Genetiker, Musée de l‘Homme): „Warum tragen Menschen, die körperlich scheinbar so verschieden sind, überall auf der Welt die gleichen Gene? Die Antwort ist ganz einfach: Sie entstammen einer gemeinsamen Ur-Population und das ist gar nicht lange her.“ (QUELLE: Dokumentar-Film Eine Frage der Gene von Emmanuel Leconte, Frankreich, Fernsehsender ARTE, 2011, YouTube-Video, ab 11:54 Minuten, Internet-Adresse: https://www.youtube.com/watch?v=Jplg0-xVcBQ)
  9. QUELLE: André Langaney (Genetiker, Musée de l‘Homme) im Dokumentar-Film Eine Frage der Gene von Emmanuel Leconte, Frankreich, Fernsehsender ARTE, 2011, YouTube-Video, ab 1:11:00 Stunde/Minuten, Internet-Adresse: https://www.youtube.com/watch?v=Jplg0-xVcBQ – Svante Pääbo (Direktor des Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie in Leipzig): „Die Gene von Afrikanern, Europäern, Asiaten und australischen Aborigines gleichen einander bis auf 0,1 Prozent; und dieser winzige Rest von 0,1 Prozent bezieht sich auf Äußerlichkeiten – auf die Hautfarbe, die Haarstruktur, ob man als Erwachsener Milch verdauen kann oder nicht. Doch die restlichen 99,9 Prozent sind identisch. Daher kann ein Deutscher mit einem Chinesen genetisch näher verwandt sein als zwei Leibziger untereinander.“ (QUELLE: Peter F. Weber, Der domestizierte Affe, 2005, S. 70)
  10. Ureinwohner Australiens
  11. QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 11
  12. Tinka Wolf: „Nirgendwo sonst auf der Welt haben sich mehr Unterschiede in menschlichen Genomen angesammelt [als in Afrika]. Diese Unterschiede hat nun ein internationales Team aus amerikanischen, afrikanischen und europäischen Wissenschaftlern genauer unter die Lupe genommen. Von den Ergebnissen ihrer Studie berichten sie in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Science. Eine der wichtigsten Entdeckungen dabei ist die beträchtliche genetische Vielfalt nicht nur innerhalb, sondern auch zwischen den Völkergruppen, sagt Studienleiterin Sarah Tishkoff von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia. Es gibt keine 'typisch afrikanische' Gruppe, die für alle repräsentativ wäre." (QUELLE: Tinka Wolf, Afrikaner mit riesiger genetischer Vielfalt, Zeitschrift Die Welt, 18. Mai 2009, Internet-Adresse: http://www.welt.de/wissenschaft/article3760193/Afrikaner-mit-riesiger-genetischer-Vielfalt.html) Die in Science veröffentlichte Studie ist offenbar: Sarah A. Tishkoff/Floyd A. Reed/Françoise R. Friedlaender/Christopher Ehret/Alessia Ranciaro/Alain Froment/Jibril B. Hirbo/Agnes A. Awomoyi/Jean-Marie Bodo/Ogobara Doumbo/Muntaser Ibrahim/Abdalla T. Juma/Maritha J. Kotze/Godfrey Lema/Jason H. Moore/Holly Mortensen/Thomas B. Nyambo/Sabah A. Omar/Kweli Powell/Gideon S. Pretorius/Michael W. Smith/Mahamadou A. Thera/Charles Wambebe/James L. Weber/Scott M. Williams, The Genetic Structure and History of Africans and African Americans, Zeitschrift Science, 22. Mai 2009, Nr. 324/5930, S. 1035–1044, Internet-Adresse: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2947357/
  13. QUELLE: deutschsprachiger Wikipedia-Artikel zu „Genetische Variation (Mensch)“, Quellenangabe: The Chimpanzee Sequencing and Analysis Consortium, Initial sequence of the chimpanzee genome and comparison with the human genome, 2005, Zeitschrift Nature, Nr. 437, S. 69–87
  14. Luigi Luca Cavalli-Sforza: Man nehme zwei Individuen einer Population und zähle „auf der DNA die genetischen Unterschiede zwischen ihnen. Dann nimmt man noch ein drittes Individuum, zufällig ausgewählt aus irgendeiner anderen Population der Welt. Machen Sie dies in großem Maßstab, dann ist das Ergebnis, dass insgesamt 85 Prozent der vorgefundenen genetischen Unterschiede auf der Verschiedenartigkeit der Menschen innerhalb derselben Population beruhen. Es bleiben also nur 15 Prozent zusätzlicher Variation, die auf Unterschiede zwischen den Populationen entfallen.“ (QUELLE: Zeitschrift Psychologie Heute, Heft März 2002, S. 68) – „Nach einem gängigen Maß, Wrights Index FST, kann man überschlägig geschätzt etwa 15 Prozent der Varianz im menschlichen Erbgut auf Unterschiede zwischen Populationen, die restlichen 85 Prozent auf Unterschiede von Individuen innerhalb dieser Populationen zurückführen.“ (QUELLE: deutschsprachiger Wikipedia-Artikel zu „Genetische Variation – Mensch“, Quellenangabe: Guido Barbujani/Vincenza Colonna, Human genome diversity, frequently asked questions, 2010, Zeitschrift Trends in Genetics, Nr. 26, S. 285–295)
  15. Manfred Velden: „Psychische Merkmale (wie z.B. die Intelligenz) sind Abstraktionen (sog. Konstrukte), die in der Psychologie über Verhalten definiert und gemessen werden. Insofern kann es natürlich keine Gene für psychische Merkmale geben, nur solche, die über die Produktion von Proteinen psychische Merkmale und Funktionen beeinflussen.“ (QUELLE: Manfred Velden, Hirntod einer Idee, 2013, S. 23)
  16. QUELLE: Manfred Velden, Hirntod einer Idee, 2013, S. 7
  17. QUELLE: Manfred Velden in: Zeitschrift Psychologie Heute, Heft Dezember 2006, S. 40
  18. QUELLE: Manfred Velden, Hirntod einer Idee, 2013, S. 63
  19. „Forscher der University of California überprüften mit einem EEG-Gerät die Gehirnaktivität im präfrontalen Kortex von 9- bis 10-jährigen Kindern und kamen dabei zu einem erschreckenden Ergebnis: Bei vielen Kindern aus ärmeren Verhältnissen zeigten sich Muster, die sonst nur bei Menschen zu erwarten gewesen wären, die zuvor einen Hirnschlag erlitten hatten. […] Unklar ist immer noch, was genau die Ursachen für solche Befunde sind. Momentan wird aber Stress als einer der Hauptverursacher eingeschätzt. […] Der Leiter des neurowissenschaftlichen Instituts, Robert Knight, sagt: Arme Kinder haben nicht nur mehr Gesundheitsprobleme, sie werden obendrein auch noch in der Gehirnentwicklung behindert. Probleme in der Schule sind die Folge, so Knight. Denn es sind gerade jene Gehirnbereiche betroffen, die für die Problemlösungsfähigkeit, das logische Denken, die Aufmerksamkeitssteuerung und die kognitive Flexibilität zuständig sind.“ (QUELLE: Zeitschrift Psychologie Heute, Heft Juli 2009, S. 16) – Kinder können sogar schon vor der Geburt durch belastende Erlebnisse ihrer Mutter in ihrer späteren Entwicklung beeinträchtigt werden. Je höher der Spiegel des Stresshormons Kortisol bei Müttern in der Schwangerschaft ist, desto langsamer entwickeln sich ihre Kinder später. Über die Anlagen eines Kindes bei der Geburt entscheiden somit nicht nur die Gene, sondern es beginnt bereits im Mutterleib das Zusammenspiel von genetischer Ausstattung und Umwelt. (QUELLE: Zeitschrift Psychologie Heute, Heft Jänner 2003, S. 23f.) – „Beeinflusst durch die Umwelt, bilden sich bei jedem Menschen im Laufe des Lebens individuelle Schalt- und Aktivitätsmuster bei den Genen heraus, so genannte epigenetische Veränderungen. Eineiige Zwillinge können große epigenetische Unterschiede aufweisen, wie eine 2005 veröffentlichte Studie […] belegte.“ (QUELLE: Zeitschrift Psychologie Heute, Heft März 2009, S. 33) – Personen mit identischen Genen (eineiige Zwillinge) können sich somit dadurch unterscheiden, dass die einzelnen Gene unterschiedlich stark aktiviert werden. Der Umwelteinfluss kann somit auf die Gene zurückwirken.
  20. Im Jahr 1922 wurden in Indien zwei Mädchen gefunden, die bei Wölfen aufgewachsen waren. Sie waren 5 und 8 Jahre alt, konnten nicht auf zwei Beinen gehen, aber schnell auf allen Vieren laufen. Sie hatten ausdruckslose Gesichter, wollten nur rohes Fleisch essen, wurden nachts aktiv, waren gerne mit Hunden und Wölfen zusammen und lehnten menschlichen Kontakt ab. Ihre Trennung von der Wolfsfamilie stieß sie in eine schwere Depression, die bei einem der beiden Mädchen zum Tod führte. Das andere lebte noch 10 Jahre lang mit anderen Waisenkindern weiter, lernte auf zwei Beinen zu gehen, fiel jedoch immer wieder in vierbeiniges Laufen zurück. Es lernte nie richtig sprechen und wurde von anderen nie als wirklich menschlich empfunden. (QUELLE: Humberto R. Maturana/Francisco J. Varela, Der Baum der Erkenntnis, 1987, S. 141)
  21. QUELLE: Jared Diamond, Arm und Reich, 1999, S. 24 und 26.
  22. QUELLE: Manfred Velden, Hirntod einer Idee, 2013, S. 63
  23. „Der Intelligenzforscher Stephen Ceci von der Cornell-Universität hat die neueren Erkenntnisse seines Fachgebietes zusammengetragen […] Intelligenz gibt es nur im Plural: Immer deutlicher zeigt sich die Verschiedenheit und Eigenständigkeit bestimmter Teilintelligenzen […]“ (QUELLE: Zeitschrift Psychologie Heute, Heft November 2000, S. 12)
  24. QUELLE: Manfred Velden in: Zeitschrift Psychologie Heute, Heft Dezember 2006, S. 38
  25. Manfred Velden: „[…] selbst etwas derart Elementares wie das Memorieren von Zahlen macht jeder Mensch anders. Psychische Prozesse finden nicht in Form allgemeingültiger Regeln statt. […] Wir wissen schon bei den einfachsten Prozessen nicht, wie sie funktionieren […] und sind noch lange nicht bei psychischen Funktionen wie Denk- oder Bewertungsprozessen. Es ist utopisch, anzunehmen, dass wir diese eines Tages neurophysiologisch erklären können. […] Man kann nach 100 Jahren empirischer psychologischer Forschung nicht mehr sagen: Die Psychologie ist eine noch junge Wissenschaft und wenn wir fleißig weiterarbeiten, können wir irgendwann wie in der Physik Methoden oder Grundtatsachen effektiv anwenden. Dazu wird es nicht kommen. Die Psychologie ist in einer Situation wie die Gesellschaftswissenschaften. Auch diese forschen empirisch, aber es gibt keine Theorien, auf die sich die Wissenschaftler verbindlich einigen können.“ (QUELLE: Manfred Velden in: Zeitschrift Psychologie Heute, Heft Dezember 2006, S. 38)
  26. Das stellte der Intelligenzforscher Stephen Ceci von der Cornell-Universität fest. (QUELLE: Zeitschrift Psychologie Heute, Heft November 2000, S. 12)
  27. „James R. Flynn, der ‚Entdecker’ des Intelligenzaufstieges, ist der schärfste Kritiker des nach ihm benannten Effekts. Vor allem das Ausmaß des vermeintlichen Verstandesgewinns über die Generationen hinweg macht ihn stutzig. Zieht man vom heutigen IQ-Durchschnitt von 100 Punkten tatsächlich für jedes vergangene Jahrzehnt 3 bis 5 Punkte ab, dann hätten unsere Großeltern nach heutigen Maßstäben an der Debilitätsgrenze gestanden. Offensichtlich hatten unsere Vorfahren durchaus Grips genug, ihren Alltag zu bewältigen. Flynn vermutet daher, dass zwar die Leistungen im Intelligenztest gestiegen sind, nicht aber die Intelligenz, die diese Tests messen sollen.“ (QUELLE: Zeitschrift Psychologie Heute, Heft Oktober 1998, S. 32) – Der IQ-Anstieg wurde gerade auch bei Tests festgestellt, die dazu geeignet sein sollen, Intelligenz unabhängig von der jeweiligen Kultur zu messen (QUELLE: derselbe Psychologie-Heute-Artikel).
  28. QUELLE: Psychologie Heute, Heft November 1998, S. 1998
  29. QUELLE: unter anderem Wikipedia-Artikel zu „Bedrohung durch Stereotype“, Quellenangabe: Margaret Shih/Todd L. Pittinsky/Nalini Ambady, Stereotype Susceptibility. Identity, Salience and Shifts in Quantitative Performance. Zeitschrift Psychological Science, Band 10, Nr. 1, 1999, S. 80–83
  30. QUELLE: Claus-Peter Sesín, Sind Weiße klüger als Schwarze?, Zeitschrift GEO, Heft 8/1996, ab S. 46
  31. QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 727
  32. QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 736
  33. QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 554; John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 747f. und 754
  34. Alex Kotlowitz verbrachte drei Jahre mit Lafeyette und Pharoah Rivers sowie mit ihrer Familie und ihren Freunden. Er führte zahlreiche Interviews und Diskussionen und versuchte, die unterschiedlichen Sichtweisen, Sorgen und Meinungen der Mitglieder der Rivers-Familie darzustellen. (QUELLE: englischsprachiger Wikipedia-Artikel zu There Are No Children Here)
  35. Alex Kotlowitz, There Are No Children Here, 1991, deutsch: Kinder gibt es hier nicht mehr, 1993
  36. QUELLE: Christian Tenbrock, Kinder unterm schlechten Stern, Zeitschrift Die Zeit, Ausgabe vom 27. Dezember 1991, S. 22
  37. Luigi Luca Cavalli-Sforza: „Auf die Vielfalt kommt es an.“ (QUELLE: Psychologie Heute, Heft Mai 2003, S. 69)
  38. Louis Armstrong: „Wir waren arm und besaßen fast gar nichts, aber wir waren immer von Musik umgeben. Die Musik hielt uns am Leben.“ (QUELLE: Abbi Hübner, Louis Armstrong, 1994, S. 19)
  39. QUELLE: Dokumentarfilm Max Roach von Gérald Arnaud, Ex Nihilo, Frankreich 1997
  40. QUELLE: Mwata Bowden in: Christian Broecking, Jeder Ton eine Rettungsstation, 2007, S. 81
  41. David Murray sprach 1994 davon, dass „der Instrumentalunterricht, der ja bei uns obligatorisch war, in den letzten Jahren weitgehend den Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen ist“. (QUELLE: Christian Broecking, Der Marsalis-Faktor, 1995, S. 207)

 

 

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