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Groove


„Das wichtigste Fundament unserer Musik ist der Rhythmus.” (Dizzie Gillespie)1)

Jazz
gehört – wie andere Formen afro-amerikanischer Musik und die west-afrikanischen – zu den Musikarten, die stark auf Groove bezogen sind. Groove ist eine kaum beschreibbare Empfindungssache, die eng mit Bewegungsgefühl verbunden ist. Groove-Musik baut auf einem gleichmäßigen Puls (Beat) auf, der ungefähr der Frequenz des Herzschlages, des Gehens oder Laufens entspricht. Der Beat wird in mancher Groove-Musik stark betont, in anderer nur angedeutet. Es genügt, dass man ihn als Leitlinie empfindet. Zu dieser Leitlinie des Beats erzeugt Groove-Musik eine spannungsvolle rhythmische Mehrschichtigkeit, die bereits für sich allein ein eindringliches Musikerlebnis verschaffen kann, wie etwa in James Browns Musik2)[+] oder – besonders kunstvoll – in mancher traditionellen west-afrikanischen Trommelmusik3). Die Rhythmen meisterhafter Groove-Musik sind bis in kleinste Details so gestaltet, dass sie das rhythmische Empfinden und das damit verbundene Bewegungsgefühl stimulieren. Sie enthalten winzige Verschiebungen der Töne bis in den Millisekunden-Bereich, die auf die menschliche Zeit- und Rhythmus-Wahrnehmung abgestimmt sind und eine belebende Wirkung entfalten.

Der mehrschichtige rhythmische Fluss bildet in Groove-Musik das Fundament, den wichtigsten Bezugspunkt. Er schweißt die Musiker zu einem Ganzen zusammen. Auf ihm treibt das gesamte musikalische Geschehen und auf ihm surfen im Jazz die Improvisationen der Solisten. Jazz-Hören verlangt in erster Linie ein Gespür für diesen rhythmischen Fluss und erst in Bezug auf ihn werden die Melodien und Improvisationen des Jazz verständlich.

Eine im Jazz oft bevorzugte Form von Groove wird als „Swing“ bezeichnet (von diesem Begriff ist der Jazz-Stil „Swing“ zu unterscheiden, der vor allem in 1930er Jahren populär war). Swing vermittelt einen Eindruck von Beweglichkeit, Flüssigkeit, Leichtigkeit, von einem Federn, Abheben, Schweben, von einem Antreiben bei gleichzeitiger Entspanntheit, von mühelosem Schwung. Eine Rhythmusgruppe, die gesamte Band kann Swing entfalten, es können aber auch die Melodielinien eines Solisten für sich swingen.

 

Wurzeln

Ein alter Mann in West-Afrika sagt bei der Ankunft einer Gruppe von Trommlern erfreut: „Ah, Musik!“4)

Musik kann also auch primär aus Rhythmik bestehen.5) Allerdings braucht eine reichhaltige Rhythmik Hörer, die mit ihren Strukturen und Nuancen vertraut sind - wie europäische Konzertbesucher mit den Harmonien und Formen der klassischen Musik.

In jenen Teilen Nord- und Lateinamerikas, in die zahlreiche Afrikaner als Sklaven verschleppt wurden, bestehen bis heute Musiktraditionen, in denen die Rhythmik eine vorrangige Bedeutung hat. Manche von ihnen verwenden sogar ausschließlich Perkussions-Instrumente, zum Beispiel die Musik der Samba-Gruppen (Escolas de Samba) in Brasilien oder die Rumba-Musik in Kuba. Samba ist ein „Meer, ein Sturm aus Rhythmen […] ein anhaltendes Gewirr von Klängen, in dem jeder Zwischenraum ausgefüllt ist“6) und die afro-kubanische Rumba-Musik ist eine „Sinfonie aus extrem verfeinerten Rhythmen“7 Afrikanische Trommel-Musik mit Gesang und Tanz gab es ursprünglich auch in Nordamerika: am Congo Square in New Orleans, wo sich versklavte Afrikaner sonntags abends trafen. Diese Veranstaltungen wurden allerdings zwischen 1835 und 1845 von der Polizei beendet – also lange vor der Entstehung des Jazz.8)

Die frühen (ab 1917 entstandenen) Jazz-Aufnahmen klingen mit ihrem Marsch-ähnlichen Grundrhythmus weit entfernt von west-afrikanischer Trommelmusik. Die zentrale Bedeutung des Rhythmus im Jazz und die Art, wie die Rhythmen der europäischen Musik im Jazz abgeändert wurden, zeigen jedoch ein afrikanisch gefärbtes Musikverständnis. Der Jazz-Trompeter Nicholas Payton sagte über die Musik der Brass-Bands in New Orleans: „Der Drive, der Rhythmus, die Synkopen, der Beat - egal wie man sich fühlt, wenn man diese Bands hört, möchte man mit dem Fuß klopfen oder aufstehen und tanzen. Und genau das sollte Musik meines Erachtens bewirken. Der Rhythmus ist fast wie bei einem Militärmarsch, denn es gibt da die Snare Drum und die Bass-Trommel. Sie spielen aber einen Groove, der sehr afrikanisch, karibisch beeinflusst ist, mit einem starken Akzent auf dem vierten Schlag“.9)

 

Begriffe „Groove” und „Swing”

Der Begriff „Groove“ meint einerseits die Art des Rhythmus und seine Ausgestaltung. Vor allem meint „Groove“ aber auch die spezielle gefühlsmäßige Wirkung des Rhythmus – das Rhythmusgefühl, das in den afro-amerikanischen Musikarten einen so hohen Wert hat. In den 1930er Jahren wurde der Ausdruck „Groove“ weitgehend gleichbedeutend mit „Swing“ verwendet10), wobei der Ausdruck „Swing“ im traditionellen Jazz wesentlich gebräuchlicher war. Der swingende Charakter der Musik aus New Orleans wird zum Beispiel in den Aufnahmen von Louis Armstrong mit dem Fletcher-Henderson-Orchester aus den Jahren 1924/25 deutlich11): Das New Yorker Tanzorchester von Fletcher Henderson spielte damals noch in dem zwar flotten, aber steifen Ragtime-Rhythmus, der weit verbreitet war. Louis Armstrongs Solo swingt hingegen: Seine Melodie-Linien wirken sehr beweglich, geschmeidig, tanzend. Louis Armstrong war ein großer Meister in dieser Kunst und durch ihn wurde der in den frühen Jazz-Aufnahmen noch eher sporadisch auftretende12) Swing-Charakter zu einem unverzichtbaren Element des Jazz. Bald entwickelten auch Tanzorchester wie das von Fletcher Henderson und Duke Ellington eine stark swingende Spielweise und schließlich wurde die Stilrichtung dieser populären Big-Band-Musik als „Swing“ bezeichnet. Die Swing-Tanzmusik hat einen stark antreibenden, vermeintlich beschleunigenden Charakter. Sie federt, hüpft, wippt (jumping, bouncing), schwebt über dem Boden und bewirkt eine Art „verrücktes“ Außer-sich-Sein.

Es sind viele Arten zu swingen entwickelt worden. Der Swing der Rhythmusgruppen ist ein wenig anders als der der Bläser-Solisten. Die großen Tanzorchester swingen anders als die alleine spielenden Stride-Pianisten. Die einzelnen Musiker unterscheiden sich in ihrer individuellen Art zu swingen und die Auffassungen von Swing wechseln von Stilrichtung zu Stilrichtung. Im so genannten „Bebop” der 1940er Jahre wurde das Wippen des Swing-Stils durch komplexere Rhythmen ersetzt, die Betonung des Beats wurde dezenter, der hüpfende Charakter trat zurück – und es wurde vorübergehend von manchen kritisiert, diese Musik swinge nicht mehr.13) Tatsächlich wurde jedoch auch bei zunehmender Differenziertheit der Rhythmen und selbst bei einem Abgehen von den ursprünglichen typischen Jazz-Rhythmen eine intensive Art von Swing erzeugt. John Coltrane sagte: „Es gibt verschiedenen Arten von Swing. Da ist der reguläre 4/4-Swing, mit schweren Bass-Drum-Akzenten. Dann gibt es den Swing von Count Basies Band. Tatsächlich hat jede Gruppe von Persönlichkeiten ihren eigenen Swing. Genauso ist es mit dieser [Coltranes eigener] Band. Es ist ein anderes Feeling als in jeder anderen Band.“14) Eine dementsprechend weit gefasste Bedeutung erhielt der Begriff „Swing“ im Laufe der Jazz-Geschichte.

Neben dem Jazz brachten aber auch andere afro-amerikanische Musikarten mitreißende Rhythmen mit subtilem Ausdruck hervor. Zum Beispiel entwickelte James Brown im Laufe der 1960er Jahre eine als „Funk“ bezeichnete Musik mit einer bestechenden Rhythmik, die nicht den leichten, schnellen, schwebenden Charakter des Jazz-Swing hat, sondern mehr das Gefühl einer mit dem Boden verhafteten, standfesten Bewegung vermittelt. Der Ausdruck „Swing“ passt daher nicht recht zum „Funk“ und es kam stattdessen der Begriff „Groove“ zum Einsatz. Heute wird der Ausdruck „Groove“ primär auf diese neueren Rhythmen der „Black-Music“ (Funk, HipHop usw.) bezogen. Er wird darüber hinaus aber auch als Überbegriff für alle Rhythmen verstanden, die eine vergleichbare emotionale Wirkung haben, sodass „Swing“ als eine Form von „Groove“ zu verstehen ist.15)[+]

 

Aussagen von Musikern zum Swing-Phänomen

Der Schlagzeuger Jo Jones sagte über Swing: „Es ist etwas ganz Einfaches, aber es sind Dinge darin, die man nicht beschreiben kann - Dinge, die noch nie beschrieben worden sind. Die beste Art, zu sagen, was Swing ist, ist ihn zu spielen.“16)

Der Saxofonist Art Pepper: „Wenn der Jazz es nicht schafft, dass man sich bewegen oder mit den Füßen wippen möchte, dann ist es kein guter Jazz.“17)

Das Selbe drückt folgender berühmte Titel eines Stückes von Duke Ellington aus, der von einem Spruch des Trompeters Bubber Mileys stammt18): „It don’t mean a thing if it ain’t got that swing“ (Es ist nichts wert, wenn es nicht swingt).

Der Schlagzeuger Beaver Harris: „Es gibt alle Arten von Beat: einen harten, einen melodischen Beat, alle Arten von Dynamik, Schattierungen und Färbungen, die eine Melodiebildung ermöglichen […]. Man kann auf dem Beat spielen, weg vom Beat, um ihn herum, jedoch immer in einem eigenen lebendigen Puls.“19)

Der Trompeter Wingy Manone beschreibt den Charakter des Swing mit einem „deutlichen Wachsen des Tempos, obwohl man unbeirrbar im selben Tempo spielt“.20)

Der Pianist Wally Rose: „Die einzige Art, in der ich Swing beschreiben kann, liegt in der Art rhythmischer Bewegung, aus der heraus du eine Note dorthin und dann platzierst, wenn sie fällig ist. Die einzige Art, in der eine Band zusammengehalten werden kann, liegt darin, dass sie sich auf dem Schlag trifft – in dem Bruchteil der Sekunde, wenn alle fühlen: Der Schlag ist fällig. Die geringste Abweichung davon verursacht Verspanntheit und Hemmung.“21)

Der Saxofonist Archie Shepp bezeichnete Swing als „rhythmisches Kontinuum, das vom Gefühl und vom Geist herkommt“.22)

Der Schlagzeuger Andrew Cyrill: „Swing ist die natürliche psychische Reaktion des menschlichen Körpers auf Klänge, die den Menschen dazu bringen, seinen Körper ohne übermäßige Anstrengung zu bewegen. […] Im abstrakten Sinne ist Swing ein völlig integrierter und ausgewogener Sound, der eine fast greifbar magische Sensibilität des Seins erzeugt – das Wissen, dass etwas Metaphysisches passiert.“23)

 

3 Aspekte der weiteren Entwicklung der Jazz-Rhythmik

Jazz diente ursprünglich vor allem als Tanzmusik, entfernte sich später jedoch von dieser Funktion. Doch spielt bis heute das Tanz-Element zumindest in übertragener Form eine wichtige Rolle. Näheres: Tanz

Da der Jazz aus europäischer Musik abgeleitet wurde, standen in ihm – trotz der zentralen Bedeutung von Groove - von Anfang an nicht die Perkussions-Instrumente, sondern die Melodie-Instrumente im Vordergrund und bald konzentrierte sich das gesamte Spiel auf ihre zunehmend längeren Solo-Improvisationen. Allerdings tragen die Melodie-Instrumente zu einer spannungsvollen Rhythmik wesentlich bei. Rhythmische Komplexität und Swing wurden in der Jazzgeschichte zunächst sogar primär von den Melodie-Instrumenten erzeugt. In der weiteren Entwicklung des Jazz erreichte die Rhythmusgruppe jedoch allmählich eine enorme Vielschichtigkeit und Vielfalt, sie trat in einen Dialog zu den Melodie-Instrumenten und entfaltete eine improvisatorische Freiheit, die sich der der Melodie-Instrumente annäherte. Sie erzeugt einen ständig variierenden rhythmischen Fluss aus improvisierten, spannungsgeladenen Figuren und oft dramatischen Klangmustern. Als klare, stabile Basis dient in der Jazz-Tradition meistens eine Darstellung des fortlaufenden Beats durch ein Pulsieren des Basses („Walking Bass“). Im Gesamteindruck nimmt man daher oft eine Art gleichförmiger („monorhythmischer“) Fortbewegung, eine Art beschwingtes Laufen wahr, das auf eine vielfältige, sich ständig wandelnde Weise durchbrochen und umspielt wird. Näheres: Vom Marsch zur Befreiung

Die kunstvolle Gestaltung der Rhythmen und ihre zentrale Bedeutung im Jazz legen es nahe, die Jazz-Rhythmik auf afrikanische Wurzeln zurückzuführen – zumal die Vorfahren der Afro-Amerikaner, die den Jazz hervorbrachten, vorwiegend aus West-Afrika stammten, wo bis heute höchst entwickelte Trommel-Musik-Kulturen bestehen. Die traditionellen Jazz-Rhythmen unterscheiden sich aber wesentlich von west-afrikanischer Trommel-Musik: Vor allem haben die west-afrikanischen Rhythmen nicht den laufenden, wippenden, swingenden Charakter des Jazz, sondern erscheinen meist als komplex ineinander verschachtelte Zyklen, die aus relativ konstanten rhythmischen Mustern (Patterns) aufgebaut werden. Die Verbindung der Jazz-Rhythmik zur west-afrikanischen Rhythmik bestand zunächst nur auf einer grundlegenden Ebene der Musikauffassung - etwa durch den Stellenwert von Groove und die Neigung zu asymmetrischen Akzenten. Über die karibische Musik kamen Jazz-Musiker später tatsächlich mit afrikanischer Rhythmik in Berührung und sie suchten nach Möglichkeiten einer entsprechenden Erweiterung ihrer Musik. So begann eine Art „Afrikanisierung“ im Jazz, die auch in der Gegenwart fortgeführt wird. Näheres:
Afrikanisierung

 

Wesen des Groove

Musik, die stark auf Groove bezogen ist, hat einen eigenen Charakter, funktioniert auf eigene Weise und bewirkt eine spezielle Art des Musikerlebnisses. Sie wird von der europäischen Musiktheorie nicht ausreichend erfasst und es wurden zu ihrer Erklärung daher eigene Konzepte entwickelt. Näheres: Groove-Studie (auf die Ergebnisse dieser Studie stützen sich die weiteren Ausführungen).

Folgende grundlegende Eigenschaften der Groove-Musik ergeben sich daraus, dass sie Tanzmusik ist oder aus Tanzmusik abgeleitet wurde:

Wegen dieser Eigenschaften wird Groove oft als weniger geistvolle, mehr motorisch-emotionale Komponente betrachtet. Das widerspricht jedoch den vielen anspruchsvollen Formen von Groove-Musik, in denen Rhythmen mit reichhaltigem, subtilem Ausdruck gestaltet (Näheres: Timing) und kunstvoll ineinander verwoben werden (Näheres: Mehrschichtigkeit). Um die vielschichtigen, rasch ablaufenden Strukturen differenziert zu hören, braucht es ein hell waches analytisches Erfassen – eine besondere Form des aktiven, intelligenten Musikhörens. Diese Art von Intelligenz ist nicht mit europäischer Bildung verbunden. So war zum Beispiel die rhythmisch außerordentlich komplexe Rumba-Musik lange Zeit die Musik armer afro-kubanischer Hafenarbeiter, die auf präparierten Holzkisten als Trommeln und Hartholzbolzen aus dem Schiffsbau (den späteren Clavé) spielten. Rumba ist eine hoch entwickelte, mündlich („oral“) weitergegebene Kultur mit gewissen grundsätzlichen Unterschieden zur europäischen Schrift-Kultur. Das Wesen solcher aus Afrika stammender Traditionen hat auch den Jazz geprägt. Näheres: Oralität

 

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Fußnoten können direkt im Artikel gelesen werden, wenn man mit der Maus den Pfeil über die Fußnoten-Zahl führt.
  1. QUELLE: Dizzy Gillespie, To Be Or Not To Bop, Memoiren, deutsche Ausgabe, 1984, S. 408
  2. z.B. James Browns Album The Payback --- Pianist Vijay Iyer: „Wenn Groove auch eine hochgradig subjektive Qualität ist, so kann Musik, die groovt, doch das Interesse oder die Aufmerksamkeit eines mit dieser Kultur vertrauten Hörers über lange Strecken aufrecht erhalten, selbst dann, wenn auf der musikalischen Oberfläche „nichts passiert“. Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür ist die Musik von James Brown, die häufig ziemlich wenig melodisches oder harmonisches Material aufweist und hochgradig repetitiv [sich wiederholend] ist, aber dennoch nie als statisch beschrieben werden würde. Die Tatsache, dass Groove genug Gewicht hat, um in einer gewissen Art des musikalischen Erlebens andere musikalische Faktoren zurücktreten zu lassen, zeigt, dass der traditionelle, auf den Sprachwissenschaften gegründete Standpunkt für die Beschreibung der Gesamtheit der Musik-Erfassung unzureichend ist.“ (QUELLE: betreffende Stelle in Vijay Iyers Dissertation, von mir übersetzt: Link)
  3. z.B. die beiden Alben Master Drummers of Dagbon, Vol.1 und 2
  4. QUELLE: John Miller Chernoff, Rhythmen der Gemeinschaft, Musik und Sensibilität im afrikanischen Leben, 1994 (engl. Original: 1979), S. 47
  5. West-afrikanische Trommelmusik besteht allerdings aus weit mehr als aus Rhythmik. Die Klangfarben und Tonhöhen der Perkussionsinstrumente spielen eine wesentliche Rolle und haben häufig sprachliche Bedeutung. In der Verbindung von Gesang, Tanz, Text-Bedeutung und gemeinschaftlichem Ritual bildet die Rhythmik aber das zentrale Element.
  6. Antonio Carlos Jobim (brasilianischer Komponist) über die Samba-Musik: „[…] diese durchgängige Polyrhythmie, dieser Ozean aus Klängen, in dem jeder Zwischenraum, jede Pause ausgefüllt ist, sodass schließlich alles in einem Meer, einem Sturm aus Rhythmen endet. Man befindet sich in einem anhaltendem Gewirr von Klängen.” (QUELLE: Film Bossa Nova, Walter Salles Jr., 1992,)
  7. QUELLE: Harry Belafonte im DVD-Film Roots of Rhythm
  8. QUELLE: Ekkehard Jost, Sozialgeschichte des Jazz, 2003, S. 38 --- Nach Jost war früher die irrige Meinung verbreitet, der Jazz stamme vom Congo Square. Ein indirekter Einfluss ist allerdings nicht von der Hand zu weisen. Zum Beispiel schrieb Alyn Shipton: „Viele Chronisten verbanden den Trance-artigen Zustand der Congo-Square-TänzerInnen mit dem finsteren Gegenstück der Tanz-Tradition – der Praktik des Voodoo, die in der New-Orleans-Kultur fest verankert war und bis ins frühe 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann. [… …] Das ekstatische Element der Sklaven- und Voodoo-Tänze, die von Historikern des 19. Jahrhunderts beschrieben wurden, ist in die Atmosphäre der frühen Jazz-Tänze in New Orleans und Chicago weitergetragen worden.” (Alyn Shipton, A New History of Jazz, 2007, S. 16 und 17; von mir übersetzt)
  9. QUELLE: TV-Dokumentation Crossroads - Vom Jazz zum Ethno-Pop mit Dee Dee Bridgewater, von Thorsten Schütte, 1999
  10. QUELLE: Ekkehard Jost in Reclams Jazzlexikon, 2003, S. 617
  11. z.B. im Stück Copenhagen
  12. QUELLE: Joachim-Ernst. Berendt, Das Jazzbuch, 1989, S. 256
  13. QUELLE: Joachim-Ernst Berendt, Das Jazzbuch, 1989, S. 253
  14. QUELLE: Peter Niklas Wilson, Anthony Braxton, Sein Leben. Seine Musik. Seine Schallplatten, 1993, S. 144
  15. Vijay Iyer beschreibt in seiner Dissertation (in der er „nach einer Definition des Groove-Konzeptes – in gewisser Weise“ suchte) Swing als ein Beispiel von „expressivem Mikrotiming“; betreffende Stelle in seiner Dissertation, von mir übersetzt: Link.
  16. QUELLE: Joachim-Ernst Berendt, Das Jazzbuch, 1989, S. 255
  17. QUELLE: Martin Kunzler, Jazz-Lexikon, 2002, zu „Swing”
  18. QUELLE: Alyn Shipton, A New History of Jazz, 2007, S. 200 --- Bubber Miley war als Solist und auch als Komponist in Duke Ellingtons Orchester der 1920er Jahre für die Entwicklung der Ellington-Musik bedeutend (QUELLE: Gunther Schuller, Early Jazz, 1986 (ursprünglich 1968), S. 326).
  19. QUELLE: Martin Kunzler, Jazz-Lexikon, 2002, zu „Swing”
  20. QUELLE: Martin Kunzler, Jazz-Lexikon, 2002, zu „Swing”
  21. QUELLE: Joachim-Ernst Berendt, Das Jazzbuch, 1989, S. 256
  22. QUELLE: Martin Kunzler, Jazz-Lexikon, 2002, zu „Swing”
  23. QUELLE: Joachim-Ernst Berendt, Das Jazzbuch, 1989, S. 438

 

 

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