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Blackface


Bereits gegen Ende der 1790er Jahre enthielten in den USA viele Zirkus- und Theaterprogramme Auftritte „weißer“ Entertainer, die mit schwarz angemaltem Gesicht, so genanntem Blackface, afro-amerikanische Sklaven parodierten.1) In den 1830er Jahren nahm die Popularität von Blackface-Nummern stark zu, nachdem ein banales Lied mit Tanzvorführung, das einen zerlumpten, abgearbeiteten, aber fröhlich tanzenden, Jim Crow2) genannten Sklaven darstellte, weithin Anklang fand. Diese Show-Nummer wurde in Varieté-Theatern3) eines gewaltgeladenen New Yorker Slums erfunden4) und spiegelte die Bestrebungen der untersten „weißen“ Einwandererschicht wider, sich von Afro-Amerikanern (versklavten und freien) abzusetzen und sozial aufzusteigen5). Die Jim-Crow-Figur war dann landesweit in Blackface-Aufführungen allgegenwärtig und wurde zu einem Symbol für die rassistische Ausgrenzung von Afro-Amerikanern. – Auf den Bühnen desselben berüchtigten New Yorker Viertels trat wenige Jahre später auch die Figur des Coon auf – ein „schwarzer“, herausgeputzter, angeberischer, fauler Stadt-Dandy, der sich auf eine Stufe mit „Weißen“ stellte, aber mit seinem schlechten Englisch und seiner verdrehten Logik ständig intellektuelle Unterlegenheit bewies und damit rassistische Vorurteile bestätigte.6) Coon wurde wie Jim Crow zu einem Standardcharakter der Blackface-Parodien.

Wiederum in den urbanen Armen- und Arbeitervierteln der Nordstaaten entstand in den 1840er Jahren das eigenständige, abendfüllende, von Blackface-Darstellern bestrittene Unterhaltungsprogramm der so genannten Minstrel-Show7) oder Minstrelsy.8) Rasch wurden diese Shows auf den amerikanischen Bühnen für ein halbes Jahrhundert zur vorherrschenden Form der Unterhaltung.9) Sie enthielten viel rassistischen Spott und ihre Feindseligkeit verschärfte sich im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg (1861-1865), der zur Abschaffung der Sklaverei führte.10) Doch kam die Minstrelsy auch bei vielen Afro-Amerikanern an11) und sie wurde manchmal auch im Kampf gegen die Sklaverei eingesetzt12). Während im Süden nach dem Bürgerkrieg allmählich ein rigides, „Rassentrennung“ (Segregation) genanntes System der Ausgrenzung und Unterdrückung etabliert wurde, tauchten in den von urbanen Nordstaatlern entwickelten Minstrel-Shows13) zunehmend kitschige Romantisierungen der vergangenen Welt der Sklaverei auf den Plantagen der Südstaaten auf.14) Zum Teil waren Musik und Tanz der Minstrel-Gruppen, die ursprünglich aus vier Komödianten mit typischen Sklaven-Instrumenten15) bestanden, tatsächlich Nachahmungen afro-amerikanischer Volkskultur, doch überwiegend beruhten sie auf bloßer Fantasie.16) Ein wenig echtere Darstellungen kamen manchmal durch die schon vor dem Bürgerkrieg begonnene Beteiligung afro-amerikanischer Musiker und Tänzer an der Minstrelsy zustande.17) Nach dem Bürgerkrieg arbeiteten viele Afro-Amerikaner in Minstrel-Shows und waren zum Teil für sehr rassistische Beiträge verantwortlich, was nur damit zu erklären ist, dass diese Form des Showgeschäfts für Afro-Amerikaner eine der spärlichen Möglichkeiten war, einer Existenz in Armut zu entrinnen.18) Die Minstrel-Truppen versuchten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einander durch immer spektakulärere, mehrteilige Shows mit immer zahlreicheren Darstellern zu übertreffen.19) Im ersten Teil der Shows wurde häufig eine Karikatur des Cakewalks aufgeführt – eines ehemaligen Tanzes der Sklaven, mit dem sie die Tänze ihrer „weißen“ Herren parodierten.20) Der zweite Teil bestand aus abwechslungsreichen Vorführungen von Sängern, Tänzern, Jongleuren, Tierstimmen-Imitatoren, Zauberern, lustigen Duos und so weiter und dieser Teil wurde zum Vorläufer des so genannten Vaudeville.21)

Vaudeville war ein weniger derbes, familientaugliches Unterhaltungsprogramm von Varieté-Theatern, das wiederum im Unterschichtmilieu nördlicher Städte entstand und ab 1890 der Minstrelsy allmählich den Rang ablief.22) Zu sehen waren in diesen Shows Song- und Tanzaufführungen, schlagfertige Dialoge, Akrobaten, Seiltänzer, Jongleure, starke Männer, Zauberer, Gedankenleser, trainierte Tiere, Reiter, Verschlinger-Herauswürger, Bauchredner und so weiter. Praktisch jedes Vaudeville-Programm enthielt Auftritte von Blackface-Sängern und –Komödianten und es wurde zum Teil auch über Figuren, die andere ethnische Gruppen charakterisieren sollten, gelacht.23) Bereits 1890 wurde der erste „Coon-Song“ von einem (afro-amerikanischen) Vaudeville-Sänger vorgetragen und diese Art von Song, die den damals neuartigen Rhythmus des Ragtime verwendete und extrem rassistisch war, wurde dann sehr beliebt.24) Afro-amerikanische Musiker waren an dieser unrühmlichen Sparte des Showgeschäfts in erheblichem Maß beteiligt25), schufen daneben allerdings auch eine eigene Form eines ausschließlich afro-amerikanischen Musiktheaters, in dem das Leben von Afro-Amerikanern allmählich realistischer, menschlicher und weniger klischeehaft dargestellt wurde.26) – Das Vaudeville-Entertainment blühte noch in den 1920er Jahren und verlor nach 1930 im Zusammenhang mit dem zunehmenden Stellenwert des Kinos und des Radios sowie der Weltwirtschaftskrise rasch an Bedeutung.27)

Die alte Minstrel-Show wurde im frühen 20. Jahrhundert in ländlichen Gebieten und Kleinstädten von überwiegend afro-amerikanischen Gruppen in reduziertem Rahmen fortgeführt. Einzelne afro-amerikanische Entertainer verwendeten die Blackface-Bemalung darüber hinaus noch lange in Komikprogrammen als eine Art Maske.28) In England war noch bis 1978 eine aufwendig produzierte Black and White Minstrel Show als Fernsehsendung sehr erfolgreich und unter „weißen“ Amerikanern bildeten Amateur-Minstrel-Shows bis in die 1970er Jahre hinein einen populären Zeitvertreib.29)

 

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  1. QUELLE: John Kenrick, A History of the Musical Minstrel Shows, 2003/1996, Internet-Adresse: http://www.musicals101.com/minstrel.htm, Quellenangabe: Kenneth Jackson [Hrsg.], The Encyclopedia of New York City, 1995, S. 763-764 – David Carlyon: Amerika sei bereits vor dem Bürgerkrieg (1861-1865) verrückt nach Blackface gewesen. Zu den Klängen von Banjo, Tamburin und geschlagenen Knochen hätten „weiße“ Männer mit geschwärztem Gesicht singend und tanzend Afro-Amerikaner nachgeahmt und im „Neger“-Dialekt Witze erzählt. Zwischen 1750 und 1843 habe es 5000 Theater- und Zirkus-Inszenierungen gegeben, die Blackface enthielten. Blackface sei aus dem Zirkus hervorgegangen, wo „Neger-Pantomime“ so üblich gewesen sei, dass angekündigt wurde, wenn es in einem Programm keine gab. (QUELLE: David Carlyon, Dan Rice, 2001, S. 46) – John Strausbaugh: Der Historiker Dale Cockrell habe erhoben, dass es zwischen 1751 und dem Auftauchen voll ausgebildeter Minstrel-Truppen im Jahr 1843 rund 20.000 Blackface-Aufführungen in amerikanischen Theatern gab. Abgesehen von einem kleinen gebildeten Kreis sei das amerikanische Publikum auf simple Unterhaltung aus gewesen, insbesondere auch auf Komik, die sich oft gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen richtete. (QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 63f. und 65)
  2. Jim Krähe
  3. John Strausbaugh: Zumindest ab den 1810er Jahren und regelmäßig ab den 1820er Jahren seien in den Zirkussen Blackface-Clowns aufgetreten. Der große rote oder weiße Mund heutiger Clowns sei ein Relikt der Blackface-Maske. In vieler Hinsicht sei die Minstrelsy dadurch zustande gekommen, dass Entertainer ihre Blackface-Nummern vom Zirkuszelt auf die Bühne von Varieté-Theatern verlagerten. In der Minstrelsy sei zweifelsohne ein starkes Element der Clownerie enthalten. (QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 68)
  4. John Strausbaugh: Für die Burschen aus der „weißen“ Unterschicht, die ab Ende der 1920er Jahre in einem New Yorker Einwanderer-Slum Blackface-Vorführungen wie die des dort entstandenen Jim Crows sahen, sei diese Figur nicht nur furchtbar und komisch gewesen, sondern auch knallhart und lebenshungrig und sie hätten sich mit ihr mehr identifizieren können als mit bürgerlichen Vorstellungen. Sie hätten über Jim Crow gelacht, aber auch mit ihm gesungen und getanzt. (QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 72-77)
  5. John Strausbaugh: 1.) Viele Arme und Mitglieder der Arbeiterklasse New Yorks („weiße“ und „schwarze“) seien in verwahrlosten, wilden Slums zusammengepfercht gewesen, wie im Hafenviertel am East River und im berüchtigten Five-Points-Viertel. Es sei gut dokumentiert, dass in solchen Slums des 18. und frühen 19. Jahrhunderts (nicht nur in New York, sondern auch in Städten wie Boston, Philadelphia, Buffalo und Albany, die alle frühe Zentren der Blackface-Minstrelsy waren) arme „Schwarze“ und „Weiße“ freier und stärker Kontakt miteinander hatten als danach je wieder in diesem Land. – 2.) Im demokratischen Umbruch am Ende der 1820er Jahre seien die Angehörigen der „weißen“ Arbeiterklasse in verschiedene Richtungen gezogen worden und hätten eine Krise der Gruppenidentität erlebt. Lange hätten sie sich an der untersten Sprosse der sozialen Leiter angeklammert, sich mit „Schwarzen“ verbündet und die „Weißen“ der Mittelklasse und Oberschicht als gemeinsame Feinde und Unterdrücker betrachtet. Nun hätten sie jedoch die Möglichkeit gesehen aufzusteigen, sie hätten die „Schwarzen“ hinter sich gelassen und sie als Feinde betrachtet. Die Minstrelsy sei genau in dieser Zeit populär geworden, als diese „Weißen“ aufzusteigen begannen. – 3.) Diese Unterschichten hätten raue Unterhaltung gemocht, zum Beispiel die rowdyhaften Varieté-Theater wie das Chatham und das Bowery. Das größtenteils junge, männliche Publikum dort sei rau und laut gewesen, habe oft die Bühne gestürmt, habe eine Zugabe nach der anderen gefordert, wenn ihnen etwas gefiel, sich bei dramatischen Szenen selbst auf der Bühne beteiligt und unliebsame Darsteller niedergeschrien, mit Müll beworfen und grob behandelt. Kämpfe, Aufruhr und Angriffe auf die überforderte Polizei seien an der Tagesordnung gewesen. Ein Jahrzehnt lang habe es einen Krieg zwischen der Elite der Stadt und der aufgewühlten Unterschicht um die Kontrolle dieses Gebietes gegeben. Diese Gegend sei ein Nährboden für zukünftige Minstrels und ihre Fans gewesen. – 4.) In den 1820er Jahren sei das Wahlrecht auf „weiße“ Männer ausgedehnt worden. Weiterhin versagt sei es vor allem den Frauen, den meisten „Schwarzen“ und den Iren geblieben. Frühe Volkszählungen hätten drei verschiedene Arten von nicht-„schwarzen“ Leuten vorgesehen: im Land Geborene, im Ausland Geborene und Iren. Im Zusammenhang mit ihren Bemühungen, als vollwertige „Weiße“ anerkannt zu werden, seien die Iren rasch anti-„schwarz“ geworden. Einige der schlimmsten rassistischen Gewalttaten der Zeit von den 1830er bis zu den 1860er Jahren seien von randalierenden Banden junger Iren begangen worden. Auf der einen Seite hätten sie gegen Banden Einheimischer gekämpft und auf der anderen Seite „Schwarze“ brutal attackiert. Irische Straßengewalt gegen „Schwarze“ habe laufend stattgefunden. In mehrfacher Hinsicht sei die frühe Minstrelsy wie ein Soundtrack für diese Zeit des Aufruhrs und Umbruchs gewesen. Es sei bezeichnend, dass Blackface-Minstrelsy Jahrzehnte lang eine Unterhaltung war, die von jungen Männern irischer Abstammung beherrscht wurde. Im späteren Verlauf des 19. Jahrhunderts hätten dann Deutsch-Amerikaner, die auf ähnliche Weise als dumm und faul verspottet wurden, einige der strahlendsten Stars der Minstrelsy hervorgebracht. In den frühen 1900er Jahren sei der Stab an eine neue, arme Gruppe von Immigranten weitergegeben worden, an ost-europäische Juden. (QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 85, 81-84, 86-89 und 91f.)
  6. John Strausbaugh: In den 1930er Jahren sei dann Jim Crows „Rivale“, Zip Coon, auf diesen New Yorker Bühnen aufgetreten, der ebenso eine große Schnauze hatte, aber kein Typ vom Land war wie Jim Crow, sondern ein „schwarzer“, herausgeputzter Stadt-Dandy, der auf „weiß“ machte. Der Ausdruck „Coon“ [Waschbär] habe sich ursprünglich anscheinend auf ländliche „Weiße“ in Grenzgebieten bezogen, die oft eine kultige Waschbär-Mütze trugen. Möglicherweise sei „Coon“ durch die Popularität der Zip-Coon-Figur zu einem Schimpfwort für Afro-Amerikaner geworden. „Zip“ sei eine Kurzform von Scipio, einem gebräuchlichen Sklaven-Namen. Anders als Jim Crow sei Zip Coon ein kompletter Angeber gewesen, ein „Schwarzer“, der seinen Platz nicht kannte, auf der Bühne herumtanzte und modisch-klingendes Geschwafel heraussprudelte. (QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 79-81) – David Pilgrim: Die „Coon“-Karikatur sei eine der beleidigendsten aller Karikaturen gegen Afro-Amerikaner. Der „Coon“ sei als träger, leicht verängstigter, chronisch fauler, unartikulierter Blödmann portraitiert worden, der einfach zu faul oder zynisch ist, eine Veränderung seiner niederen Position anzustreben. Diese Figur sei zunehmend mit jungen, urbanen Afro-Amerikanern, die „Weiße“ nicht respektieren, identifiziert worden. Sie sei unter Minstrel-Darstellern einer der Grundcharaktere gewesen. Das Publikum der Minstrel-Shows habe über diesen langsam sprechenden Narren, der der Arbeit und jeder Verantwortung eines Erwachsenen auswich, gelacht. Vor dem Bürgerkrieg [in dessen Zug die Sklaverei offiziell abgeschafft wurde] sei der „Coon“ als freier „Schwarzer“ dargestellt worden, danach als urbaner, gezierter „schwarzer“ Dandy, der sich so schlau wie „Weiße“ vorkam, aber dessen häufige Wortverwechslungen und verdrehte Logik seine Versuche, intellektuell mit „Weißen“ zu konkurrieren, als erbärmlich erwiesen. Sein verfälschtes Englisch habe das „weiße“ Publikum begeistert und im allgemein vorherrschenden Glauben bestätigt, dass „Schwarze“ von Natur aus weniger intelligent sind. Das Ziel des Minstrel-„Coons“ sei Freizeit gewesen, die er stolzierend, mit Styling, kämpfend und Wassermelonen essend verbrachte. Wenn er verheiratet war, sei er von seiner Frau beherrscht worden. War er Single, sei er der Fleischeslust ohne Bindung nachgegangen. (QUELLE: David Pilgrim, Jim Crow Museum of Racist Memorabilia: The Coon Caricature, Internetseite der Ferris State University, Internet-Adresse: http://www.ferris.edu/jimcrow/coon/)
  7. Herkunft der Bezeichnung: In den Jahren 1839 bis 1843 hielt sich das heute als „Rainer-Sänger“ oder „Rainer-Familie“ bekannte Quartett aus jungen Zillertaler Sängern (Ludwig Rainer, Helene Rainer, Margarete Sprenger, Simon Holaus) in den USA auf und kam unter anderem am New Yorker Broadway, in Philadelphia, Boston, Baltimore, St. Louis, New Orleans und Ohio so gut an, dass es die Entstehung vieler amerikanischer Sängerfamilien, meistens ebenfalls Quartette, auslöste. Die Rainer-Sänger wurden „Tyrolese Minstrels“ (Tiroler Musikanten) genannt und im Zuge ihres Erfolgs begannen sich auch Gruppen, die aus vier oder fünf Blackface-Komödianten bestanden, als „Minstrels“ zu bezeichnen. (QUELLE: Hans Nathan, Dan Emmett and the Rise of Early Negro Minstrelsy, 1977/1962, S. 158)
  8. John Strausbaugh: Der Übergang zur ausgewachsenen Minstrel-Show habe in den Jahren 1842 und 1843 in Buffalo und im unteren Manhattan begonnen. Der Minstrel-Aufführung sei dabei in eine eigenständige, abendfüllende Song- und Tanz-Vorführung umgewandelt worden und damit zur echten „Minstrel-Show“ geworden. (QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 101)
  9. John Strausbaugh: In den frühen 1840er Jahren sei die zuvor wilde Blackface-Minstrelsy in eine über die gesamten USA verbreitete Massen-Unterhaltung umgewandelt worden. Minstrel-Musik sei sowohl von „Weißen“ als auch „Schwarzen“ gespielt und gehört, aber auch verachtet worden. Von 1865 bis einschließlich der 1880er Jahre habe die Minstrel-Show das amerikanische Entertainment beherrscht und sei auf den britischen Inseln sowie in Europa enorm populär gewesen. (QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 100, 102, 61f. und 125)
  10. John Strausbaugh: Im Bürgerkrieg hätten sich „weiße“ Arme und Arbeiter in den Städten der Nordstaaten widersetzt, für die Befreiung der Sklaven in den Krieg zu ziehen, während sich Reiche vom Wehrdienst freikaufen konnten. Der schlimmste Aufruhr gegen die Einziehung sei nicht zufällig von einem Mob geführt worden, der aus überwiegend irischen Jugendlichen des unteren Manhattans bestand. Das vier Tage lange Plündern von Wohnungen, Geschäften und Kirchen der Afro-Amerikaner habe im Zu-Tode-Prügeln oder Lynchen eines Dutzends von Afro-Amerikanern seinen Höhepunkt gefunden. Viele Minstrels seien klar auf der Seite derer gewesen, die gegen die Abschaffung der Sklaverei und gegen den Krieg waren. Als 1852 der sich gegen die Sklaverei richtende Roman Onkel Toms Hütte herauskam, sei er sofort von Minstrels parodiert worden, und zwar sowohl wegen seiner rührseligen Sentimentalität als auch wegen der gegen die Sklaverei gerichteten Politik. (QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 111)
  11. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 69
  12. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 100 und 112
  13. Eric Lott: Die Minstrelsy (Blackface-Minstrel-Show) sei grundsätzlich eine Erscheinung des urbanen Nordens. (QUELLE: Eric Lott, Love and Theft: The Racial Unconscious of Blackface Minstrelsy, Zeitschrift Representations, Nr. 39, Sommer 1992, S. 23)
  14. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 107, 117 und 121
  15. Banjo, Fidel, Tamburin und geschlagene Knochen
  16. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 71f.
  17. John Strausbaugh: Schon früh seien an der Minstrelsy auch „schwarze“ Darsteller und Komponisten beteiligt gewesen und nach dem Bürgerkrieg [ab 1865] hätten „schwarze“ Minstrel-Truppen sogar allmählich die Form dominiert. Sie hätten sich den Konventionen angepasst, die sich in den Minstrel-Shows herausgebildet hatten, und zugleich die Bilder und die Musik in Bezug auf die Kultur der Afro-Amerikaner in den Südstaaten authentischer gemacht. (QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 72)
  18. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 100 und 123f. – Der berühmteste afro-amerikanische Entertainer, der mit der Minstrelsy verbunden wird, war der Tänzer Master Juba. (Strausbaugh)
  19. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 103
  20. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 105
  21. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 105
  22. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 126 und 129
  23. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 129-132
  24. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 133f. – Strausbaugh: Dass viele „Coon“-Songs von „schwarzen“ Entertainern geschrieben und aufgeführt wurden, sei für spätere Generationen, die nicht wussten, was es bedeutete, als „Schwarzer“ im Showgeschäft der damaligen Zeit tätig zu sein, eine Quelle großer Scham und Verwunderung gewesen.
  25. John Strausbaugh: Der erfolgreichste afro-amerikanische Blackface-Sänger, Bert Williams, habe mit seinen Coon-Songs eine lange Kariere in der Minstrelsy und im Vaudeville, am Broadway und in Stummfilmen gehabt. Seine Marken-Figur sei Mr. Nobody gewesen, dessen umwerfender Trottel-Song später von vielen gesungen worden sei, unter anderem von Nina Simone und Johnny Cash. Williams sei in erster Linie ein Showman gewesen, der die damaligen Bedingungen akzeptierte, einschließlich der Demütigungen. Ein Freund von ihm habe über ihn einmal gesagt, er sei der lustigste Mann gewesen, den er je sah, und der traurigste, den er je kannte. (QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 135-137)
  26. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 140
  27. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 129
  28. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 144 – Dewey „Pigmeat“ Markham gab die Blackface-Maske erst in den 1950er Jahren auf, obwohl er erst am Ende seiner Kariere vor einem nicht ausschließlich „schwarzen“ Publikum auftrat. Die Maske war ein vertrauter Teil seines Kostüms. (Strausbaugh)
  29. QUELLE: John Strausbaugh, Black Like You, 2006, Kindle-Version, S. 144f.

 

 

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