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Rückschritte


Der gewaltlose Widerstand1) der Bürgerrechtsbewegung in den 1950er und -60er Jahren, den Martin Luther King anführte, verlangte den Teilnehmern der Aktionen sehr viel Mut und Bereitschaft, Leid zu ertragen, ab. Aber gerade durch die Gewaltlosigkeit trotz brutalen rassistischen Terrors waren die Forderungen einer Beendigung der Diskriminierung so überzeugend, dass sie auf der ganzen Welt Sympathie fanden und Martin Luther King 1964 den Friedensnobelpreis erhielt. Diese Bewegung, die auf den Appell an Menschlichkeit, Gerechtigkeit und demokratische Grundwerte setzte, wurde jedoch in Gewalt erstickt: „1963 die Ermordung von John F. Kennedy, den viele Schwarze inzwischen als ihren Freund angesehen hatten. Dann 1965 der Mord an Malcolm X und das von vielen Schwarzen geteilte Gefühl, dass die Verfolgung der Attentäter keineswegs mit Nachdruck betrieben wurde. Mitte der 60er Jahre die Morde an zahlreichen Bürgerrechtlern und an unschuldigen Kindern – Verbrechen, für die niemand verurteilt oder ernsthaft verfolgt wurde. Schließlich wurde am 4.4.1968 Martin Luther King Jr. […] erschossen […]. Für viele Afroamerikaner symbolisierte dieser Akt der Gewalt die Ablehnung ihres machtvollen, aber friedlichen Kampfes für die Gleichheit durch das weiße Amerika.“2)

Martin Luther King hatte befürchtet, dass ein Abgehen von der Gewaltlosigkeit des Widerstandes einen Rechtsruck der USA bewirken und damit die bisherigen Bemühungen untergraben könnte3) – zu Recht, wie die Entwicklung nach seinem Tod zeigte:

„Die Nachricht von Kings Ermordung löste eine Welle der Verzweiflung und der Gewalt in den Gettos aus. […] 41 Schwarze und 5 Weiße wurden getötet […]. 1969 kam es zu weiteren Aufständen und es hatte den Anschein, als wäre mit dem Tod Martin Luther Kings auch der friedvolle Protest zu Grabe getragen worden.“4) Für viele junge Afro-Amerikaner hatte sich Kings Taktik, rassistisches Unrecht anzuprangern und demonstrativ zu erdulden, als wirkungslos und als Fortsetzung der Sklavenmentalität erwiesen.5) Eine Befreiung aus dieser demütigen Rolle demonstrierten Aktivisten mit einem Aufruf zu Black Power und die Black Panther Party bewaffnete sich zum Schutz der afro-amerikanischen Gemeinschaft6). Ihre Gewaltbereitschaft bot der Polizei und dem Geheimdienst, denen der afro-amerikanische Protest längst ein Dorn im Auge war, jedoch die Gelegenheit, gegen die Widerstandsbewegung mit ganzer Härte vorzugehen und sie auszuschalten.7) Sich als ungeliebte Minderheit auf eine bewaffnete Auseinandersetzung mit einem solch übermächtigen Gegner einzulassen, war wohl noch wesentlich weniger erfolgversprechend als Martin Luther Kings friedfertiger Appell an das Gewissen der „weißen“ Mehrheit. Doch verhieß das geduldige Ertragen lebensbedrohlicher Gewalt eben keinen Ausweg mehr aus der verzweifelten Lage und sich zu wehren erschien als einzig mögliche Antwort, zumal die Bürgerrechtsbewegung keine unmittelbare Verbesserung der wirtschaftlichen Notlage vieler Afro-Amerikaner erreichte.8) Ihre Erfolge bestanden in der Erkämpfung und Durchsetzung von Rechten, die erst später und nur für einen Teil der Afro-Amerikaner zu wirtschaftlichen und sozialen Verbesserungen führten.

Die gewaltsame Atmosphäre verschreckte viele Amerikaner, die von der „Rassenfrage“ zwar selbst nicht unmittelbar betroffen waren, jedoch die empörende und international beschämende Diskriminierung der afro-amerikanischen Minderheit in ihrem Land beseitigt haben wollten. Für randalierende Ghettobewohner und bewaffnete Revolutionäre hatten sie wenig Verständnis und ihr steigendes Bedürfnis nach Ruhe und Ordnung kam bei den Wahlen den konservativen Kräften zugute.9) Damit erhielten gerade jene politischen Interessensvertreter Zuspruch, die die diskriminierenden Verhältnisse und damit die Ursache der Unruhen zu bewahren trachteten. Ein weiteres Motiv für mangelnde Unterstützung der Bürgerrechtsbewegung durch die Mehrheitsbevölkerung war die eigene Bedrohung von sozialem Abstieg: In den 1970er Jahren führte ein allgemeiner wirtschaftlicher Abschwung zu „massiver Arbeitslosigkeit und steigenden Preisen. Abstiegsangst und ein sinkender Lebensstandard waren die Folge. […] Indem sie an den Rassismus der weißen Arbeiterklasse appellierten, konnten Konservative diese politisch mobilisieren und instrumentalisieren […]. Weiße Arbeiter erlebten ihre eigene ökonomische Unsicherheit und schlossen daraus, dass diese das Resultat der Statusverbesserungen der afro-amerikanischen Minderheit sein müsse.“10) Unter anderem mit dieser Taktik und dem Versprechen von Steuersenkungen gewann Ronald Reagan den Wahlkampf um das Präsidentenamt im Jahre 198011) und er leitete daraufhin jenen neoliberalen Prozess ein, der die Wirtschafts- und Sozialpolitik der USA zu beherrschen begann12) und die amerikanische Gesellschaft durch eine zunehmende Kluft zwischen Reichen und Armen tiefgreifend veränderte. Der Mittelstand, der sich in den 1930er und 1940er Jahren unter der Präsidentschaft von Franklin Roosevelt aufgrund der Reformen des New Deal bilden konnte, wurde zunehmend ausgedünnt, bis die Einkommensunterschiede wieder so groß waren wie in den 1920er Jahren, als wenige Superreiche einen Großteil des Wohlstands kontrollierten.13) Dadurch wuchs die Bedrohung der breiten Bevölkerung von sozialem Abstieg weiter, was wiederum Konkurrenzdenken, Intoleranz und rassistische Ressentiments verschärfte. Unter „Weißen“ setzte sich verstärkt die Meinung durch, „die Vereinigten Staaten seien nicht mehr rassistisch und nun solle endlich Schluss sein mit der Debatte um die gesellschaftlichen Auswirkungen des Rassismus. Eine wachsende Zahl von Weißen glaubte, African Americans erhielten eine unverdient privilegierte Behandlung.14) Eine Meinungsumfrage ergab, dass zwei Drittel der weißen Amerikaner davon ausging, dass arme Schwarze für ihr Elend selbst verantwortlich seien. Obwohl mehr Amerikaner als je zuvor in ethnisch integrierten Nachbarschaften wohnten, hatten sich rassistische Stereotype nicht nur gehalten, sondern sogar verstärkt: Schwarze seien eher kriminell, hätten weniger Ehrgeiz und seien nicht so intelligent wie Weiße.“15)

Diese negative, von Politikern geschürte Einstellung16) einer Mehrheit von Wählern wurde für einen politischen Kurswechsel genutzt: Der Staat zog sich aus aktiver Sozialpolitik zurück17); die Bemühungen um eine Verbesserung der Startchancen von Armen, insbesondere der vielen Afro-Amerikaner in den Armenvierteln, wurden weitgehend aufgegeben; bestehende Errungenschaften zum Ausgleich der Diskriminierung wurden verschlechtert18). Die Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre hatte zwar die Grundlage für die Entstehung einer afro-amerikanischen Mittelschicht geschaffen und einige Afro-Amerikaner gelangten mittlerweile in Positionen, die in früheren Zeiten für sie unerreichbar waren. Zugleich blieb jedoch eine „riesige schwarze Unterschicht“19) zurück. Bereits in den 1970er Jahren waren „so viele schwarze Familien arbeitslos und auf Unterstützung angewiesen, dass es wahrscheinlich schien, dass in Amerika eine ganze Generation von Schwarzen aufwuchs, die niemals durch eigene Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen würden.“20) In den 1980er Jahren nahm die Arbeitslosigkeit unter den Afro-Amerikanern noch „erschreckend schnell“21) zu. Für junge Afro-Amerikaner zwischen 16 und 19 Jahren stieg sie erstmals auf über 50 %.22) Die Folge war „eine immer gravierendere wirtschaftliche Verelendung und immer größere soziale Probleme in den Armenvierteln der Schwarzen: chronische Arbeitslosigkeit, zügellose Gewalt, Drogenabhängigkeit, HIV-Infektion und Aids, sprunghaft steigende Zahlen für Morde an jungen Schwarzen, hohe Raten unehelicher Kinder und ein öffentliches Schulsystem, das all diesen Problemen nicht gewachsen ist. Es ist wenig überraschend, dass die herrschenden Gefühle vieler Bewohner dieser Viertel gegenüber Mittel- und Oberklassen-Amerikanern Entfremdung und Feindseligkeit waren. Ausdruck dieser Stimmung war das Entstehen einer Art aggressiv-expliziter Kultur (in-your-face-culture) seit 1974, die ein tiefgreifendes Gefühl der Entfremdung wiedergab. Die Rap-Musik mit ihren bunten, lästerlichen Sängern, und die daraus hervorgehende Hip-Hop-Kultur waren die sichtbarsten und umstrittensten Ausdrucksformen dieser Entfremdung.“23)

Welchem Elend und welcher Gewalt Kinder in den betroffenen Armenvierteln ausgesetzt sind, macht ein 1991 erschienener, berührender Tatsachenbericht in Buchform über das Leben zweier Brüder deutlich.24)[+] Auf der anderen Seite stieg die Zahl der Millionäre in den USA zwischen 1980 und 198825) von 0,57 Millionen auf 1,3 Millionen und die Zahl der Milliardäre von einer Handvoll auf mindestens 52.26)

Die deutsche Buchautorin Ulrike Heider bot einen anschaulichen Überblick über die Situation der afro-amerikanischen Minderheit und das Verhältnis zwischen „Schwarz und Weiß“ im Jahre 1996, unter anderem in folgenden Ausschnitten ihres Berichtes:

„Statistiken über das Verhältnis zwischen schwarzen und weißen Amerikanern bestätigen, was ich auf der Straße sah: Es gibt nur ganz wenige schwarze Rechtsanwälte, Ärzte, Professoren und Richter, dafür sehr viele Krankenschwestern, Müllmänner, Straßenkehrer, Hotelportiers, Liftboys, Putzfrauen und Dienstmädchen. Ein Großteil der Obdachlosen in den Großstädten ist schwarz. 40 % der Afroamerikaner leben in Armut, bei den Kindern sind es sogar fast 60 %. Die Arbeitslosigkeit bei den schwarzen Amerikanern ist doppelt so hoch wie bei den weißen. In den Gefängnissen gibt es mehr schwarze Männer als auf den Colleges und Universitäten. Über 40 % der amerikanischen Strafgefangenen sind schwarz [obwohl Afro-Amerikaner nur 13 % der Gesamtbevölkerung bilden] und die Todesstrafe wird fast nur an schwarzen Männern vollstreckt. Ein Fünftel aller schwarzen Männer zwischen 18 und 29 Jahren sitzt Gefängnisstrafen ab, befindet sich in Untersuchungshaft oder hat Bewährungsstrafen.“27)

„Klaus in Baltimore blieb lange Zeit der einzige ‚niggerlover’, den ich in den USA kannte. Nicht einmal Leute, die mit Schwarzen befreundet waren, hatte ich kennen gelernt. […] Ich sah Afroamerikaner im Fernsehen, fuhr mit ihnen in der Subway, gab schwarzen Obdachlosen ein paar Cents, wurde auf der Post von schwarzen Beamten bedient und beim Arzt von einer schwarzen Krankenschwester empfangen. Auf den Partys und Kulturveranstaltungen aber, die ich besuchte, war das Publikum fast ausschließlich weiß. Gezieltes Herumfragen zeigte, dass es Zeiten gab, zu denen – zumindest in intellektuellen Kreisen und im Hippiemilieu – Schwarze und Weiße aneinander interessiert waren, sich gegenseitig einluden, zu Liebespaaren wurden und oft sogar heirateten. Es war von den 1960er Jahren die Rede, dem goldenen Zeitalter der flower power, der freien Liebe, der Friedensbewegung und der schwarz-weißen Bürgerrechtsbewegung.“28)

„Je länger ich in den USA lebte, desto deutlicher bekam ich die Spannung zwischen schwarzen und weißen Amerikanern zu spüren, die das restaurative Klima der Reagan-Ära provoziert und verstärkt hat. Das Ende der wohlfahrtsstaatlichen Reformen, die Zerstörung der Gewerkschaften, eine sozialdarwinistische Arbeits- und Wohnungspolitik, die damit einhergehende abermalige Segregation und die bis weit in progressive Kreise hineinreichende kaltschnäuzige Aufkündigung sozialer Verantwortlichkeit blieben nicht folgenlos. Viele Afroamerikaner distanzieren sich seither von ihren weißen Freunden, die Suche nach rassischer Identität prägt Talkshows und Podiumsdiskussionen und der Einfluss weißenhasserischer Gruppen wächst unaufhaltsam. Progressive schwarze Intellektuelle tendieren mehr und mehr zum Separatismus.“29)

 

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  1. Demonstrationen, Boykotts, Sit-ins und so weiter
  2. QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 718
  3. QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 529
  4. QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 527
  5. Der Aktivist Stokely Carmichael sagte nach seiner 27. Inhaftierung, er gehe nie wieder ins Gefängnis. Afro-Amerikaner seien für ihre Rechte umgebracht, sogar Kinder von Polizeihunden und von Polizisten mit Knüppeln und Elektroschockgeräten für den Viehtrieb angegriffen worden. Seit sechs Jahren hätten Afro-Amerikaner erfolglos um Freiheit gebettelt, aber diese Taktik der Gewaltfreiheit funktioniere einfach nicht mehr und es sei nun Zeit, „black power“ zu sagen. (QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 506)
  6. Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton: „Sie beschützten die African Americans ihrer Wohngebiete vor allem vor Polizeiwillkür, indem sie Verhaftungen und Kontakte der community mit der Polizei überwachten. Sie ‚dienten dem Volk’, indem sie ein Frühstücksprogramm für Kinder armer Familien initiierten, bevor sie in die Schule gingen. Die Panther richteten eine Rechtsberatung ein und übten Druck auf die Stadtverwaltung aus, damit diese sich um die Belange der Gettobewohner kümmerten.“ (QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 535)
  7. John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr.: „Die Bundespolizei F.B.I. erklärte die Black Panther für gefährlich und subversiv. Sie wurden offenbar zur Zielscheibe einer konzertierten Aktion gemacht, um sie als effektive, radikale Organisation auszuschalten. 1980 existierte nur mehr ein Schatten dessen, was die Black Panther einmal gewesen waren.“ (QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 719)
  8. Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton: „Die Aufhebung der Rassentrennung in den Schulen und öffentlichen Einrichtungen und die Beseitigung von Bestimmungen, die das Wahlrecht der Schwarzen behinderten, waren richtig und wichtig, aber sie konnten die viel tiefergehende wirtschaftliche Not und Armut eines Gutteils der African Americans nicht beenden.“ (QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 504) – Malcolm X: „Mit Weißen auf die Toilette zu gehen, ist keine Revolution.“ (QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 507)
  9. Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton: „Als er sich um das Präsidentenamt beworben hatte, war Richard M. Nixon mit dem Slogan „Law and Order“ angetreten, ein Code für die angebliche Verbrechenswelle, die von African Americans ausging.“ (QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 570) – „Die beherrschenden Themen im Wahlkampf [im Jahre 1968] waren der Vietnamkrieg, die zunehmende Gewalt in der amerikanischen Gesellschaft, die brutalen Ausschreitungen während des demokratischen Parteitags und nicht zuletzt der gewaltsame Tod Robert Kennedys. […] Letztendlich setzte sich […] Nixon mit seinem Appell an die ‚große schweigende Mehrheit’ der Amerikaner und dem Versprechen, für eine ‚Rückkehr der Normalität’ zu sorgen, durch.“ (QUELLE: deutschsprachiger Wikipedia-Artikel Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1968)
  10. QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 543
  11. John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr.: „[…] insbesondere seine Kritik an den ‚Sozialhilfe-Königinnen’ und an ‚Väterchen Staat’ war für weiße Arbeiter durchaus attraktiv, weil sie generell die besondere Förderung von Minderheiten (affirmative action) und Programmen zur Herstellung der Chancengleichheit durch den Bund ablehnten.“ (QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 731) – „Zu den Hauptthemen im Wahlkampf gehörten die schleppende Wirtschaft, Inflation, die Energiekrise und Jimmy Carters Unfähigkeit, die amerikanischen Geiseln im Iran zu befreien. Reagan, der versprach, die Steuern zu reduzieren und mehr Geld für die Verteidigung der Vereinigten Staaten auszugeben, war während des gesamten Wahlkampfes an der Spitze der Umfragen.“ (QUELLE: deutschsprachiger Wikipedia-Artikel Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1980)
  12. Der demokratische Präsident Bill Clinton steuerte während seiner beiden Amtszeiten (1993 bis 2001) kaum dagegen. Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton: Clintons „Sozialpolitik war eher liberal, doch in wirtschaftspolitischen Fragen erwies er sich als sehr konservativ. […] 1995 lag die Arbeitslosenquote von African Americans zweimal so hoch wie bei Weißen. African Americans waren am häufigsten Opfer von Verbrechen; dennoch tat Clinton nichts, um die sozialen Probleme zu lindern. Im Gegenteil, seine Sicherheitspolitik schien die konservative Überzeugung zu nähren, Schwarze seien die geborenen Kriminellen.“ (QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 573)
  13. QUELLE: Paul Krugman (Professor für Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsnobelpreis 2008), Der amerikanische Albtraum, 13. Oktober 2008, Internetseite der Zeitschrift Die Zeit, Internet-Adresse: http://www.zeit.de/2002/46/200246_krugmann.neu.xml
  14. Zum Beispiel ergab eine Umfrage im Jahr 1986, dass 81 % der „Weißen“ gegen affirmative action (Bevorzugung von Afro-Amerikanern zum Ausgleich ihrer Benachteiligung) waren. – Die Grundidee von affirmative action drückte Präsident Lyndon B. Johnson mit folgendem Vergleich aus: „Man kann einen Menschen, der jahrelang in Ketten humpeln musste, nicht einfach auf die Startlinie eines Wettrennens stellen mit den Worten: ‚Du bist nun frei fürs Rennen’ – und dabei auch noch glauben, man sei überaus fair.“ (QUELLE: deutschsprachiger Wikipedia-Artikel Affirmative Action mit Quellenangabe)
  15. QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 574
  16. Zum Beispiel sprach Präsident Ronald Reagan immer wieder von den „Wohlfahrts-Königinnen“, die von der Sozialhilfe lebten, statt zu arbeiten, und mit dem Cadillac herumführen, den sie sich leisten könnten, weil die Sozialhilfe-Zahlungen zu großzügig wären. (QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 565)
  17. QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 554
  18. Bereits Präsident Richard Nixon (1969-1974) „bekämpfte die Erfolge der Bürgerrechtsbewegung, konnte sie aber nicht abschaffen oder unterbrechen“. (QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 544) - Präsident Ronald Reagan (1981-1989) intervenierte gegen eine Stärkung des Wahlrechts von Afro-Amerikanern, gegen das Busing, das integrierte Schulen durchsetzen sollte, gegen kostenlose Rechtshilfe für Arme, gegen affirmative action, das Afro-Amerikaner zum Ausgleich ihrer Benachteiligung in mancher Hinsicht bevorzugte. Er entließ Mitglieder einer Bürgerrechtskommission, weil sie sich geweigert hatten, Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung zurückzunehmen. Er reduzierte die Sozialhilfe, kürzte das Hilfsprogramm für Familien und staatliche Essensbons und strich ein Programm zur Ausbildung und Arbeitsvermittlung. (QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 566) – John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr.: „Wenn Präsident George Bush [1989-1993] ungewöhnlich erfolgreich dabei war, die Welle dessen aufzuhalten, was einige als progressive Sozialgesetze bezeichneten, so trug das Oberste Bundesgericht mit einer Reihe wichtiger und niederschmetternder Entscheidungen seinen Teil dazu bei. […] Mit Präsident Bushs erfolgreichen Vetos gegen Gesetze, die sie betrafen, und einem Obersten Bundesgericht, das ihnen keinen Schutz mehr bot, fühlten sich die Afroamerikaner ins Abseits geschoben, wenn nicht vollkommen ohnmächtig.“ (QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 747f)
  19. QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 728
  20. QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 727
  21. QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 736
  22. QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 737
  23. QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 754
  24. Näheres im Artikel Falsche Annahmen: Link
  25. also in den beiden Amtszeiten Ronald Reagans, der trotz seiner unsozialen Politik eine „beinahe mythische Verehrung durch die meisten amerikanischen Wählerinnen und Wähler genoss“ (QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 566). – Ein angesehener Publizist schrieb: „Alles, was Sie über die wirtschaftliche Kluft zwischen Weiß und Schwarz zu wissen glaubten, ist untertrieben.“ (QUELLE: Norbert Finzsch/James O. Horton/Lois E. Horton, Von Benin nach Baltimore, 1999, S. 545)
  26. QUELLE: John Hope Franklin/Alfred A. Moss Jr., Von der Sklaverei zur Freiheit, 1999, S. 745
  27. QUELLE: Ulrike Heider, Schwarzer Zorn und weiße Angst, 1996, S. 13
  28. QUELLE: Ulrike Heider, Schwarzer Zorn und weiße Angst, 1996, S. 22
  29. QUELLE: Ulrike Heider, Schwarzer Zorn und weiße Angst, 1996, S. 42

 

 

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